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Buchtipps aus der Welt der düsteren Kriminalromane

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Mit Wirtschaft hat dieser Artikel in etwa so viel zu tun ein dicker Jeep mit Rechts vor Links. Doch ich habe Lust mal wieder einige Rezensionen zu schreiben über Bücher, die mir gefallen haben.

Ich lese größtenteils düstere Kriminalromane, die man in Fachkreisen hard boiled action novels nennt. Auf Deutsch lässt sich das mit Romane mit hartgesottenem Ermittler übersetzen. Doch auch schwarze Thriller gefallen mir sehr gut.

Im Folgenden eine Übersicht über die Bücher, die ich vor kurzem gelesen habe.

Ihr könnt mir auch gerne in die Kommentare schreiben, wenn ihr ein Buch gerne lesen möchtet. Wenn ich das Buch besitze, schicke ich es Dir gerne kostenlos nach Hause. Die Chancen stehen gut für Dich.

Hier also nun eine Übersicht über bemerkenswerte Bücher der letzten Zeit. In meiner Empfehlungsliste habe ich schon etliche Werke von Tom Kakonis, Dashiell Hammett, Don Winslow und auch Ken Follett angepriesen.

The Drop – Bargeld von Dennis Lehane

Dennis Lehane hat die Buchvorlage zu Shutter Island geschrieben, ein Film, der mir sehr gefallen hat.

The Drop ist eine rasante Geschichte über einen armen Typen, der stets zu den Außenseitern gehörte, ein einsames Leben und in einer Bar jobbt. Eines Tages verliebt er sich in eine junge Frau, vor deren Haus er einen Hundewelpen aus dem Müllcontainer fischt. Zudem wird die Bar, in der er kellnert, als Umschlagsplatz für Einnahmen der tschetschenischen Mafia missbraucht.

Eine kurzweilige, spannende Geschichte ergibt sich, in der einiges Blut fließt. Dennis Lehane hat einen schönen Sprachstil, etwas gehobener, aber dennoch flott zu lesen. Er wird oft von Kritikern als Nachfolger der Großen des Genres, Raymond Chandler und Dashiell Hammett, bezeichnet.

Jason Starr mit schwarzem Humor und packender Handlung

Top Job / Hard Feelings / Twisted City / Ein wirklich netter Typ / Dumm gelaufen / Panik von Jason Starr

Ich nenne hier gleich drei Titel von Jason Starr auf einmal. Dieser schreibt immer sich ähnelnde Geschichten von Menschen, die den Boden unter den Füßen verlieren. Wenn euch ein Buch aus dieser Reihe gefällt, dann sicherlich auch die anderen.

Hier der grobe Inhalt von Top Job:

Der Ich-Erzähler Bill Moss ist knapp über 30 und arbeitet, trotz guter Ausbildung, als Telefonverkäufer. Seine Freundin möchte ihn heiraten und macht auf der anderen Seite immer wieder Anspielungen auf dessen geringes Gehalt. Das Blatt scheint sich zu wenden, als Bill zum Abteilungsleiter befördert wird – doch von da an wird alles nur noch schlimmer.

Jason Starr pflegt einen einfachen schnörkellosen Sprachstil. Das Tempo der Geschichten ist atemberaubend hoch. Die Geschehnisse eskalieren im Laufe der Geschichte, der Humor ist tiefschwarz und hat mir super gefallen.

Hard Feelings habe ich soeben ausgelesen und ich bin begeistert. Es gefällt mir von den genannten Büchern am besten. Einzig Panik hat mir nicht gefallen, da ich die Geschichte halbherzig und die Charaktere unglaubwürdig fand.

Die Gosse und das Grab – Ed McBain

Auch Die Gosse und das Grab von Ed McBain, der eigentlich Salvatore Lombino hieß, zeichnet sich durch eine hohe Geschwindigkeit der Handlung aus. Sprachlich sehr präzise mit guten Dialogen. Spannende Geschichte. Ein großes Buch. Der Stil erinnert etwas an Mickey Spillane hinsichtlich traditionellem Frauenbild und einem trotz langanhaltender Alkoholsucht unbezwingbaren Ich-Erzählers. Allerdings sind die Geschichte nicht so platt, wie ich es bei einigen Spillanes erlebt habe.

Es handelt von einem heruntergekommenen, sich mit Alkohol die Zeit vertreibenden ehemaligen Privatdetektiv. Dieser nimmt einem Freund zuliebe die Ermittlungen in einem harmlos erscheinenden Fall auf. Kurz darauf gibt es einen Toten.

Ich habe noch ein weiteres Buch namens Big Bad City von Ed McBain hier. Ich habe es nur kurz angelesen. Darin geht es um polizeiliche Ermittlungen in der fiktiven Stadt Osola. Ich bin noch nicht sicher, ob mir dieses Buch gefällt, denn die Handlung scheint wesentlich langsamer, dafür jedoch realistischer, zu sein.

James M. Cain: Mal top, mal flop

Doppelte Abfindung / Wenn der Postmann zweimal klingelt…   – James M. Cain

Doppelte Abfindung hatte mir sehr gefallen. Hier die treffende Kurzzusammenfassung von krimi-couch.de:

„Walter Huff gelingt der perfekte Mord: Gemeinsam mit seiner Geliebten tötet er deren Ehemann, um die Versicherungssumme zu kassieren. Nur mit einem hat Walter nicht gerechnet: dass er nach der Ermordung des Mannes anfangen könnte, seine verführerische Geliebte zu hassen.“

Toll beschriebene Charaktere und Handlung, packende Geschichte, wie auch bei den anderen schnell erzählt. Deshalb bestellte ich mir auch Wenn der Postmann zweimal klingelt… und ich war enttäuscht. Die Handlung ist zwar angenehm schnell, aber die Schilderung des Hauptcharakters war zwar nicht unrealistisch, aber in ihrer Gefühlskälte doch sehr langweilig. So dass mich der Ausgang gar nicht mehr richtig interessierte. Bei krimi-couch vergeben die User jedoch überragende 94 Prozent.

Miami Blues – Charles Willeford

Eine spannende Geschichte über einen Psychopathen und einen etwas heruntergekommenen Cop, die ein Katz- und Mausspiel miteinander spielen. Willeford schreibt ansprechend, daher ist auch dieses Buch eine Empfehlung.

Literarische Meisterwerke von Donald Ray Pollock

Das Handwerk des Teufels / Knockemstiff / Die himmlische Tafel – Donald Ray Pollock

Donald Ray Pollock verdient eigentlich einen eigenen Artikel. Seine Bücher sind große Klasse. Ich habe nicht oft das Gefühl, dass ich große, hochwertig geschriebene Literatur lese und gleichzeitig begeistert und gefesselt bin. Doch Donald Ray Pollock gelingt das.

Die Werke vom Amerikaner sind schwarz, die Handlung ist düster, viele Charaktere sind moralisch verdorben. Pollock gelingt es wunderbar, die Gefühlswelten der Charaktere zu schildern. Ihren Kampf, ihre Verzweiflung, ihre Hoffnung.

Das beste Buch von Pollock ist für mich Das Handwerk des Teufels.

Serienkiller, korrupte Sheriffs und religiöse Fanatiker treffen hier in einer völlig kaputten Welt aufeinander. Für mich eines der besten Bücher, die ich in den letzten Jahren gelesen habe. Der Wahnsinn wird hier zur Normalität. Pollock schildert selbst brutale Ereignisse mit einer nüchternen Gleichgültigkeit, die viele Menschen schockieren könnte. Ich muss jedoch sagen, dass ich das Buch schon beim Lesen sehr gefühlvoll fand.

Fassen wir es mal zusammen: Wenn ich nur ein oder zwei Bücher empfehlen müsste, dann wären das:

1)Das Handwerk des Teufels – Donald Ray Pollock

2) Hard Feelings – Jason Starr

Hard Feelings habe ich sogar hier. Das Buch kann ich gerne jemandem zuschicken! Kostenlos! Einfach einen Kommentar schreiben, ich melde mich dann per Mail.

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Autor: Alltagsoekonom

Der Volkswirt schreibt hier über persönliche und ökonomische Lebensführung, über Gerechtigkeit und über Gesellschafts- und Kartenspiele. Er freut sich immer über Kommentare, Feedback und Kooperationsgesuche. Sehr gerne über das Kontaktformular dieser Seite oder per Mail. Ansonsten ist der gute Herr auch bei google+ zu erreichen.

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