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Red Bullshit: Die dunkle Seite von Red Bull

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Ende April lief in der ARD eine Reportage zu Red Bull, in der der Marketingkonzern heftig kritisiert wird. Ich finde die Produktion des Ersten, die ihr über diese Seite ansehen könnt, in vielerlei Hinsicht bemerkenswert.

Darum gehts: Red Bull hat mehrere hundert Extremsportler unter Vertrag, von denen einige vor kurzer Zeit bei ihren waghalsigen Stunts gestorben sind. Die ARD beleuchtet die Marketingstrategie von Red Bull, nennt hier also etwa die Formel 1 oder den Sprung von Felix Baumgartner. Gerade den freien Fall von Baumgartner weiss Red Bull auf der eigenen Homepage sehr gut in Szene zu setzen und für das Produkt zu nutzen. Das ganze Sprungprojekt kostete nur ca. 50 Millionen Euro, brachte Red Bull aber eine Werbewirkung im Wert mehrerer Milliarden.

Was wirft man dem Getränkehersteller im Zusammenhang mit dem Tod mehrerer durch Red Bull geförderter Sportler nun vor? Einerseits wird in der ARD-Reportage bemängelt, dass Red Bull Extremsport propagiert, der keinen anderen Zweck hat, als das Spiel mit der Gefahr. Für mich ist diese Kritik absolut nachvollziehbar, denn was will man bitte mit solch einer Werbestrategie aussagen? Red Bull ist cool, weil es cool ist, wenn Menschen sinnlose Risiken eingehen, die für die Sportler den maximalen Adrenalinkick und für das Publikum deren voyeuristisches Verlangen befriedigen? In den Red Bull Videos findet man dann melodramatisch in Szene gesetzte Beiträge mit Aussagen wie: ,,Was mich immer wieder antreibt, ist die Frage, wie weit man überhaupt gehen kann.“ Vollkommener Schwachsinn, eine hohle Aussage, mit heldenhafter Musik unterlegt.

Andererseits wirft die Reportage die Frage auf, ob die toten Sportler möglicherweise ohne Red Bull auch derart riskante Stunts durchgeführt hätten. So gibt es kritische Beiträge von Freunden der Toten, die die Frage aufwerfen, ob Red Bull mit seinem Geld dazu beigetragen hat, dass die Athleten zu hohe Risiken eingehen. Der Vater des getöteten Skifahrers Shane McConkey wirft die Frage auf, ob die Präsenz des Red Bull-Kamerateams dazu beigetragen hat, dass sein Sohn am Tag seines Todes trotz widriger Bedingungen den Stunt durchführte. Ich denke, dies sind berechtigte Fragen, denn wenn ein ganzes Kamerateam des Brausekonzerns vor Ort ist, verführt dies manchen Athleten dazu, noch höhere Risiken einzugehen, gerade vor dem Hintergrund, dass die Sportler von Red Bull gesponsert werden.

Auch wenn ich die Aussage der Reportage unterstütze, finde ich die Machart dieser ARD-Produktion schrecklich: Für mich ist die Reportage arg reißerisch gemacht, schon fast auf Blöd-Niveau. Vielleicht wollte man damit auch die jüngere Zielgruppe erreichen, ich weiss es nicht. Schaut es euch mal an.

Hier das Video zur ARD-Reportage:

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Autor: Alltagsoekonom

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