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Outsourcing und Vernetzung: So können Mittelständler profitieren

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Bei Youtube, in der sogenannten Fitnessszene, tobt ein Glaubenskrieg um die Frage: Welches Unternehmen verkauft das beste Eiweiss? Kleine Kiddies streiten sich in den Kommentarspalten um die Frage, ob das beste Whey Protein von MyProtein, ESN oder Zec+ stammt.

Aus diesem Geschäftsbereich der Nahrungsergänzungsmittel ist bekannt, dass selbst namhafte und große Unternehmen ihre Waren nicht in Eigenregie produzieren, sondern ein externes Unternehmen, einen sogenannten Lohnhersteller, mit der Produktion der Güter beauftragen. Wieso kann es für Unternehmen Sinn machen, die Produktion auszulagern?

Unter Jugendlichen spielt es heutzutage eine wichtige Rolle, muskulös auszusehen. Junge Menschen schauen bekannterweise weniger Fernsehen und viel Youtube, da sind auch junge Kraftsportler keine Ausnahme. Bei Youtube tummeln sich haufenweise Fitnessyoutuber, die vorgeben, die Jugendlichen motivieren zu wollen. In Wahrheit geht es meist natürlich darum, den jungen Zusehern bestimmte Produkte zu verkaufen.

Junge Kraftsportler lieben Eiweissshakes

Kraftsportler benötigen für den Muskelaufbau mehr Protein als ein ganz normaler Mensch (lassen wir mal so stehen). Kraftsportler können jeden Tag Unmengen Fleisch essen oder Magerquark und so auf natürlichem Wege sicherstellen, genug Eiweiss für den Muskelaufbau zu sich zu nehmen. Alternativ gibt es jedoch bei unzähligen Anbietern Eiweisspulver zu kaufen. Das Pulver enthält jede Menge Proteine, wird vom Anwender mit Milch oder Wasser gemischt und ist dann auch schon fertig zum Konsum.

MyProtein ist der Marktführer. Die Engländer überzeugen ihre Kunden vor allem durch ihre fast konkurrenzlos günstigen Preise. Der Konkurrenz schmeckt das natürlich gar nicht. Gerade aus dem Lager von Zec+ gab es des Öfteren harte Angriffe aufgrund der angeblich schlechten Qualität des Produktes von MyProtein.

Zec+ fährt eine ganz andere Strategie. Produktion in Deutschland, Marketing mithilfe von bekannten Rappern wie Kollegah und Farid Bang. Dafür sind die Produkte auch wesentlich teurer.

Doch zurück zum Kern dieses Artikels. Hersteller entscheiden sich in diesem Geschäft vielfach, Produkte von einem Lohnhersteller anfertigen zu lassen (hier). Idee also: Auslagerung also des vermeintlichen Herzstücks, der Produktion. Warum kann das sinnvoll sein, gerade für Mittelständler?

Vorteile des Outsourcing der Produktion

1. Optimale Auslastung der Maschinen und damit geringere Kosten

Nehmen wir an, ein Unternehmen möchte ein Produkt in kleiner Stückzahl herstellen, um zunächst einmal zu testen, ob Nachfrage vonseiten des Marktes besteht. Hier wäre es unverhältnismäßig, die teuren Produktions- und Abfüllanlagen selber anzuschaffen. Stattdessen gibt man den Auftrag an den Lohnhersteller, der den Vorteil besitzt, dass er mit denselben Anlagen noch viele andere Produkte herstellen kann.

2. Produktionsspezifisches Know-how beim Lohnhersteller

Der Lohnhersteller produziert in der Regel für eine Vielzahl an Kunden und hat viele Erfahrungen bei der Herstellung und Verpackung von Produkten gesammelt. Erfahrung, die ein einzelnes Unternehmen nur schwer sammeln kann, gerade wenn es, wie meist zu Beginn, nur verhältnismäßig kleine Stückzahlen produziert.

Das bedeutet also schnellere Produktion des Lohnherstellers.

Es ist schon interessant: Je mehr man sich mit dem Phänomen Outsourcing beschäftigt, desto deutlicher sieht man, dass Outsourcing betriebswirtschaftlich in vielen Unternehmensbereichen Sinn machen kann. Personaldienstleister können mehr Know-how in diesem Bereich entwickeln als eine Personalabteilung in einem kleinen Unternehmen, das alle Jubeljahre mal einen neuen Mitarbeiter sucht. Im Bereich Einkauf gibt es Firmen, die Verhandlungen mit Lieferanten übernehmen und an den Einsparungen finanziell beteiligt werden wollen. Im Marketing und Vertrieb tummeln sich jede Menge Agenturen, die in diesem Bereich Wissen haben, dass gerade in kleinen Unternehmen nicht vorhanden ist.

Natürlich gibt es jedoch auch Nachteile des Outsourcings.

Fazit: Auch im Bereich der Produktion kann es für Mittelständler Sinn machen, diesen Wertschöpfungsteil an ein externes Unternehmen zu vergeben.

 

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Autor: Alltagsoekonom

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