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Abos sind Geldverschwendung!

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Ich habe mir vor kurzem ein Dreimonatsabo von Watchever gegönnt. Über diesen Streamingdienst, für den ich auf dieser Seite auch aggressiv Werbung mache, können sich Menschen Filme und Serien ohne Ende reinziehen.

Watchever hat etliche gute Filme und Serien im Angebot und bei 2,99 Euro pro Monat kann man nicht viel falsch machen, oder? Nein, kann man selbstverständlich nicht.

Und doch hat mich diese Erfahrung in meiner kritischen Haltung gegenüber Abos bestätigt.

Jetzt höre ich euch sagen: Will uns der Typ jetzt weißmachen, dass er diese geilen Streifen wie Fargo oder There Will Be Blood jetzt plötzlich links liegen lässt? Und wieso kritisiert er sein Watchever-Abo, wo er doch sonst bei jeder Gelegenheit die Vorzüge des Streamingdienstes betont?

Tatsächlich habe ich mir seit Beginn des Abos erst einen einzigen Film angeschaut. Ich habe festgestellt, dass ich durch diese enorme Auswahl an Filmen die einzelnen Perlen nicht mehr so zu schätzen weiss. Es gibt so viele Filme, ich kann mir alle ansehen, so oft ich will. Hinzu kommt in diesem Fall, dass ich die meisten guten Filme schon gesehen habe und es deshalb immer schwerer wird, die noch vorhandenen Perlen zu bergen.

Was ich immer wieder bekomme, das schätze ich weniger wert

All-inklusive-Angebote senken die Wertschätzung gegenüber dem einzelnen Produkt, weil der Kunde das Gefühl hat, dass ja sowieso alles „umsonst“ ist. Je länger die Laufzeit des Abos, desto geringer die Wertschätzung.

Dieser Zusammenhang ist mir auch bei Zeitschriften aufgefallen. Ich hatte früher eine lange Zeit die Wirtschaftswoche abonniert, zwischendurch auch mal die Zeit und die Fußballzeitschrift 11 Freunde. Und bei jedem Abo merkte ich: Ich empfinde das einzelne Heft als weniger wertvoll als wenn ich mir das Exemplar sporadisch mal am Kiosk kaufe.

Zumal ich beim Lesen der wöchentlichen Wirtschaftswoche und der Zeit immer schnell in Rückstand geriet, so dass ich das „Abarbeiten“ der alten Hefte sogar stressig fand.

Wichtige Fragen vor Abschluss eines Abos

Die erste Frage lautet immer: Brauche ich dieses Produkt wirklich? Was bringt es mir über den Abozeitraum und was kostet es? Dies ist ein wichtiger Punkt, denn es gilt die gesamten Kosten zu berücksichtigen. Hören sich 16,99 Euro pro Monat für Sky noch moderat an, so klingen 407,76 Euro über die Gesamtlaufzeit von 24 Monaten schon anders. Zusätzlich versuche ich bei jedem Abo den Abnutzungseffekt zu berücksichtigen. Und schon sollte die Liste der langfristigen Abos sehr kurz werden oder ganz verschwinden.

Natürlich gibt es bestimmte Abos wie Internet oder Handy, bei denen dieser Abnutzungseffekt wegfällt. Doch die Liste der Abodienste, die einem Abnutzungseffekt unterliegen, ist lang: Da gibt es etwa das erwähnte Sky-Bundesliga-Abo, die Jahresmitgliedschaft im Fitnessstudio oder die regelmäßige Lieferung von Produkten wie Eiweisspulver durch das Versandhaus amazon. Deshalb sind Abos in vielen Fällen Geldverschwendung

photo credit: Burn Money via photopin (license)

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Autor: Alltagsoekonom

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