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Abzocke im Alltag – Obacht bei Callshops!

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Aus aktuellem Anlass möchte ich über zwei Erfahrungen berichten, die mir sauer aufgestoßen sind. Zwei Erfahrungen, bei denen ich das böse Wort Abzocke in den Mund nehmen möchte.

Erste Situation: Herford, ein Internetcafe mit Telefonkabinen in der Innenstadt. Direkt am Marktplatz, wenn ich mich richtig erinnere. Ich wollte telefonieren, ins deutsche Festnetz. So fragte ich den etwa 14-jährigen Südländer, der an der Kasse saß, ob ein Anruf ins deutsche Festnetz normal günstig sei. Er bejahte und ich ging in die Telefonkabine. Ich telefonierte etwa eine Stunde mit einer Freundin, ging dann zur Kasse, dachte nichts Böses, bis mir der Junge den Betrag nannte:  15 Euro wollte der Bengel von mir haben.

Da wurde ich wütend und sagte, dass dies nicht sein könne, schließlich hatte ich bestätigt bekommen, dass ein Anruf ins deutsche Festnetz normal günstig sei. Sofort kamen die großen Brüder des Jungen hinzu und sagten, ich solle mich nicht so aufregen. Dabei hatte ich nur in vernünftigem Ton gesagt, dass ich nicht einverstanden mit dem Rechnungsbetrag war. Schließlich ging die Bruderschaft auf 12 Euro im Preis runter. Zuerst war ich nicht damit einverstanden, auf deren Drohung, die Polizei zu rufen sagte ich nur: „Kein Problem“. Schließlich, nach kurzer Bedenkzeit zahlte ich doch, das heißt ich legte kommentarlos das Geld auf den Tisch und stampfte aus dem Laden.

Hat einer meiner Leser eine Ahnung, ob man bei Eintreffen der Polizei eine Chance hat, deutlich weniger zu bezahlen? Kann man bei über 20 Cent/Minute ins deutsche Festnetz von Wucher sprechen? Ich hielt meine Erfolgsaussichten letztlich für gering. Rückblickend frage ich mich jedoch, ob die Abzocker überhaupt die Polizei gerufen haben oder alles ein großer Bluff war.

Mein zweites Erlebnis hatte ich erst vor ein paar Wochen, in einem Copyshop in Bonns Weststadt. Ein Südländer bediente im Laden alleine die Kunden. Ich war vorher einige Male dort gewesen und hatte ein paar Dokumente in Schwarz-Weiß ausgedruckt: Angesichts eines Preises von acht Cent pro Seite hatte ich nichts zu beanstanden. Dann wollte ich einmal gerne Farbdrucke haben, acht Seiten. Wieder dachte ich an nichts Böses an der Kasse, bis der junge Mann 9,60 Euro verlangte, also 1,20 Euro pro Seite. Ich traute meinen Ohren nicht. Auf mein Nachhaken ging auch dieser windige Bursche mit dem Preis auf einen Euro pro Farbseite herunter. Ich bezahlte nach kurzem Zögern .

Später fragte ich bei einem anderen Copyshop nach, was dort ein Farbdruck kostet – und tatsächlich wollte auch dieser Laden 99 Cent dafür haben. 8 Cent für Schwarz-Weiss vs 99 Cent für Farbkopien – da stimmt doch die Relation vorne und hinten nicht.

Sicher ist, dass mein Copyshopbetreiber, dem ich acht Euro für dieselbe Anzahl Seiten hinblätterte, nicht ganz seriös arbeitet: Ein Kumpel von mir zahlte dort für die Bindungen seiner drei Masterarbeiten satte 75 Euro!

Ich möchte zum Abschluss darauf hinweisen, dass ich keinesfalls Menschen ausländischer Herkunft pauschal unseriöses Geschäftsgebahren unterstellen möchte. Es wird sich wahrscheinlich um einen Zufall gehandelt haben, schließlich  kenne ich mehrere sehr sympathische und korrekte Menschen mit Migrationshintergrund.

Was habe ich aus der Geschichte gelernt? IMMER vorher nach dem Preis fragen, um böse Überraschungen zu vermeiden. Gerade Dienstleistungen wie Telefongespräche oder individuelle Produkte wie gedruckte Seiten eignen sich für Abzocker gut dazu, den Kunden über den Tisch zu ziehen – schließlich kann der Kunde eben erwähnte Produkte nicht einmal ebenso zurückgeben.

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Autor: Alltagsoekonom

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