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Aktienkauf Grundlagen: In welche Papiere soll ich investieren?

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Viele Menschen möchten in Aktien zu investieren. Vor allem über einen längeren Zeitraum macht eine Geldanlage in Aktien Sinn, denn die durchschnittliche Rendite von Aktien ist sehr hoch.

Anleger haben mehrere Optionen, ihr Geld in Aktien anzulegen. Sie können entweder Aktien selber aussuchen, ihr Geld in einen gemanagten Fond investieren oder in einem Indexfond, einem sogenannten Exchange-traded fund (ETF), ihr Geld anlegen.

Für Neulinge habe ich bereits zwei Artikel geschrieben, die von den Grundlagen der Aktienmärkte handeln: In Teil I habe ich erklärt, was eine Aktie ist und wie Kurse entstehen. Teil II drehte sich dann darum, wie man den Wert einer Aktie berechnet.

Wenn Anleger Aktien selbst auswählen möchten, kann kann dies auf zwei Arten geschehen.

Einerseits kann sich der angehende Investor Unternehmen, die börsennotiert sind, genauer anschauen und sich folgende Fragen stellen: Welche Produkte oder Dienstleistungen bietet das Unternehmen an? Wie ist die derzeitige Marktposition und viel wichtiger, wie wird sich die Marktposition in Zukunft entwickeln? Welche neuen Produkte kann das Unternehmen entwickeln? Um sich ein Bild von der aktuellen Vermögens- und Finanzierungslage einer Unternehmung zu machen, schaut man sich am besten die aktuellste Bilanz eines Unternehmens an. Hier werden Vermögenspositionen und die Herkunft des Geldes gegenübergestellt (hier meine Einführung zu Bilanzen). Die Gewinn- und Verlustrechnung gibt Aufschluss darüber, wie die Geschäfte im entsprechenden Geschäftsjahr gelaufen sind. Schließlich bietet der Lagebericht Informationen über die zukünftigen Geschäfte des Unternehmens.

Neben der Analyse von Unternehmenskennzahlen gibt es Leute, die sich Aktiencharts betrachten und aus den Kursverläufen der Vergangenheit Vorhersagen für die Zukunft ableiten. In Wirtschaftsmagazinen wie der Wirtschaftswoche findet man immer wieder Vorhersagen von Kursverläufen mittels Charttechnik. Wer Näheres zu diesem Thema erfahren möchte, kann etwa auf dieser Seite schauen. Ich stehe dieser Methode eher skeptisch gegenüber. Mein Börsen-Prof an der Uni hielt es für ausgeschlossen, dass man mit dieser Methode dauerhaft erfolgreich ist.

Investition in mehrere Aktien senkt das Risiko

Wichtig ist in jedem Fall, dass man bei Investition des gesamten Geldes in ein Unternehmen ein hohes Risiko eingeht, denn die Aktie eines Einzelwerts kann schnell mal den Bach runtergehen, siehe Commerzbank. Durch den Kauf mehrerer Aktien kann das Risiko gestreut werden. Dabei ist der risikoreduzierende Effekt am größten, wenn sich Wertpapiere gegensätzlich entwickeln. Ein Beispiel ist etwa das Verhältnis zwischen einer Stahlfirma wie Thyssen Krupp und einer Baufirma wie Hochtief, denn Thyssen Krupp profitiert von hohen Stahlpreisen und Hochtief hat mit ihnen zu kämpfen.

Aufgrund der Risikoreduktion bestehen Aktienfonds aus den Aktien unterschiedlicher Firmen. Ein Fondsmanager kauft und verkauft dabei Aktien mit den eingesammelten Geldern der Anleger.Der Nachteil bei den Fonds: Es fallen üblicherweise mehrere Gebührenarten an. Einerseits existiert oft ein Ausgabeaufschlag, d.h. ein bestimmter Prozentsatz des investierten Geldbetrags wird zusätzlich als Gebühr für den Fondanbieter fällig. Zusätzlich wird fast immer eine jährliche Verwaltungs- bzw. Managementgebühr erhoben und manchmal fällt eine zusätzliche Gebühr bei Überschreiten eines bestimmten Renditeziels an. Diese Gebühren für Aktienfonds bewirken natürlich eine Senkung der Rendite des Investors.

Als letzte Alternative haben Aktieninteressierte die Möglichkeit in ETFs zu investieren. Dabei handelt es sich nicht um aktiv gemanagte Fonds, sondern es wird lediglich ein Aktienindex wie der deutsche DAX nachgebildet. Im DAX sind die 30 größten Unternehmen Deutschlands zu bestimmten Anteilen gewichtet ( nach Marktwert der sich im Streubesitz befindlichen Wertpapiere, das nur am Rand).

ETFs als sinnvolle Investitionsmöglichkeit

ETFs haben im Vergleich zu herkömmlichen Aktienfonds einen Riesenvorteil: Die Gebühren sind deutlich geringer. Es entfällt der Ausgabeaufschlag und die Performancegebühr, zusätzlich fällt die Managementgebühr gewöhnlich deutlich geringer aus und liegt für Standardindizes bei unter 0,5%.

Zusätzlich wird durch einen ETF das Risiko durch die Kombination vieler Aktien gesenkt und kann durch Kombination mehrerer ETFs oft noch einmal gesenkt werden. Der Prof, bei dem ich die Grundlagen zu Aktien erlernt habe, hat einmal gesagt, dass er sein Geld einfach nur in ETFs über mehrere Jahre investieren würde. Auch ein Studienkollege, der mit mir Wirtschaft studiert hat und ein Seminar zu dem Thema belegt hat, meinte, dass letztlich kaum ein Fondsmanager die Rendite von ETFs schlagen kann.

Mein Fazit daher: Wer sein Geld in Aktien investieren möchte, sollte a) in mehrere Aktien investieren und dadurch sein Risiko senken und b) darauf achten, dass er wenige Gebühren zahlt. Wer in ETFs investiert, hat zusätzlich den Vorteil, dass er sich nicht über einzelne Unternehmen informieren muss.

Grundsätzlich gilt: Die Geldanlage sollte nicht nur in mehrere Aktien erfolgen, sondern auch über mehrere Aktien hinweg. Tagesgeld, Festgeld, Aktien-(ETFs), Anleihen(-ETFs), Immobilien und  Gold sind dabei wohl die wesentlichen Optionen.

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Autor: Alltagsoekonom

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