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Eine Einführung in die Welt der Aktien,Teil I- Was eine Aktie ist und wie Kurse entstehen

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Vor langer Zeit, als ich noch zur Schule ging, erzählte mir mein Vater von Aktien, in die man investieren könne. Man würde damit Anteile am Unternehmen erwerben. Ich konnte mir das erst nicht vorstellen: Einen Anteil am Unternehmen erwerben? Gehören die großen Unternehmen nicht allesamt reichen Personen oder Organisationen?

Ich wusste zu der Zeit, dass es Aktienkurse gibt, also Preise, zu denen man Aktien kaufen kann. Aber ich fragte mich: Wie entstehen diese Aktienkurse. In meiner Vorstellung hatte ich dann das Bild von einer verantwortlichen Person, die für eine bestimmte Unternehmensaktie alle möglichen Informationen sammelt und dann einen Kurs ermittelt, zu dem Personen kaufen und verkaufen können.

Zunächst zu dem, was eine Aktie eigentlich ist Man unterscheidet bei der Finanzierung von Unternehmen zwischen Eigen- und Fremdkapital. Fremdkapital wird z.B. von Banken in Form von Krediten bereitgestellt. Eine Bank gibt einem Unternehmen einen Kredit und hat damit einen Anspruch auf Rückzahlung des Kredites und Zinszahlungen. Anders verhält es sich beim Eigenkapital. Beim Börsengang stellen Aktionäre den Unternehmen EIgenkapital zur Verfügung und beteiligen sich dadurch am Unternehmen. Dabei wird ein Unternehmen in beliebig viele Teile, die Gesamtzahl der Aktien, geteilt. Natürlich haben auch Unternehmen, die nicht an der Börse gelistet sind, Eigenkapital. Bei kleinen Firmengründungen etwa kann dies in dem  Ersparten des Firmengründers bestehen, welches dieser in die Firma einbringt.

Beispiel: Der Börsengang von Facebook

Betrachten wir den vor kurzem erfolgten Börsengang von Facebook:

Das soziale Netzwerk hat ca. 421 Millionen Aktien an der Börse platziert. Der Emissionskurs Betrug 38 US-Dollar. Durch die Multiplikation der Anzahl der Aktien mit dem Emissionskurs erhält man das Emssionsvolumen, also den Betrag, den Facebook durch den Börsengang eingenommen hat: 38*421 Mio. = 15.998 Mio. oder 15,998 Milliarden.

Hierbei ist zu berücksichtigen, dass auch die die Alt-Eigentümer aus der Zeit vor dem Börsengang, allen voran der Gründer Marc Zuckerberg, mit Aktien ausgestattet wurden. Es gibt  insgesamt deutlich mehr als 421 Millionen Aktien, nämlich 2.740 Millionen. Facebook bleibt also insgesamt größtenteils im Besitz der Alt-Eigentümer.

Wichtig ist hier folgende Unterscheidung: Wenn Unternehmen an die Börse gehen, dann beschaffen sie sich (zusätzliches) Eigenkapital am Aktienmarkt. Nach dem Börsengang werden die Unternehmensaktien am sogenannten Sekundärmarkt, also zwischen einzelnen Anlegern, gehandelt. Das Unternehmen nimmt dadurch kein weiteres Kapital ein.

Beispiel für Sekundärmarkthandel am Beispiel Facebook.

Ein Privatanleger A verkauft 10 Facebook-Aktien zum Kurs von derzeit 31,91 Dollar. Er bekommt dafür insgesamt 10*31,91= 319,1 US-Dollar von Privatanleger B. Das Unternehmen Facebook nimmt durch diesen Handel kein weiteres Geld ein.

Angebot und Nachfrage bestimmen den Aktienkurs

Der Kurs einer Aktie wird, sobald eine Aktie gehandelt werden kann, natürlich nicht von einem Makler vorgegeben. Stattdessen ergibt sich der Kurs durch Angebot und Nachfrage. Bei jedem börsennotierten Unternehmen gibt es Anleger, die die Aktie zu einem bestimmten Preis kaufen wollen, und Menschen, die eine Aktie zu einem bestimmten Preis kaufen wollen.

Ein (stark vereinfachtes) Beispiel:

Es gibt sechs Anleger, die jeweils eine Aktie haben oder haben wollen. Die Anleger A,B und C besitzen die Aktie und wollen verkaufen. Dagegen wollen D,E und F die Aktie zu einem bestimmten Preis kaufen.

Hier eine Übersicht über die unterschiedlichen Preisvorstellungen der Händler:

In diesem Beispiel ergibt sich ein Marktpreis von 30. Verkäufer C verkauft seine Aktie an Käufer D. Die Preisvorstellungen von Verkäufer A und B und den Käufern E und F liegen dagegen auseinander, so dass kein weiterer Handel stattfindet.

Dies ist natürlich ein stark vereinfachtes Beispiel für das Aufeinandertreffen von Angebot und Nachfrage. In der Realität gibt es eine viel größere Anzahl an Händlern, die unterschiedliche Preisvorstellungen haben und außerdem ihre Angebote zu unterschiedlichen Zeiten abgeben.

Bitte schreibt Fragen und Anregungen in die Kommentare. Ich werde mich bemühen, diese im zweiten Teil dieser Einführung zu berücksichtigen.

 

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Autor: Alltagsoekonom

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Ein Kommentar

  1. Bei Facebook ist spannend ob sie den Kurs der Aktien halbwegs halten können. Grundsätzlich ist das Unternehmen wohl kaum vom Wohlwollen der Anleger abhängig aber eine schlechte Reputation könnte das ganze Kapital nutzlos werden lassen.

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