Gastbeitrag: Fortbildung zum geprüften Betriebswirt – Inhalte, Dauer und Kosten

Schule, Ausbildung, rein ins Berufsleben und dann für immer im gleichen Job bleiben? Das muss nicht sein. Wer Karriere machen möchte, hat viele Möglichkeiten, sich im Job weiterzubilden – zum Beispiel zum geprüften Betriebswirt. Wie die Fortbildung abläuft, wie lange sie dauert und was sie kostet? Wir verraten es!

Lebenslanges Lernen prägt die Berufswelt schon seit einigen Jahren. Einstmals in der Ausbildung erworbenes Wissen reicht längst nicht mehr aus, um im Berufsleben erfolgreich zu sein. Nur durch regelmäßige Weiterbildung gelingt es, sich einen Platz in der Arbeitswelt zu sichern. Angebote gibt es viele – da fällt es schwer, eine passende Qualifikation zu finden. Besonders beliebt ist die Fortbildung zum Betriebswirt IHK. Kein Wunder, kann man mit dieser doch den Grundstein für das Übernehmen strategischer Führungsaufgaben legen. Als gefragte Allrounder in der freien Wirtschaft verdienen Betriebswirte mehr als 40.000 Brutto pro Jahr. Ein weiterer Vorteil ist, dass engagierte Nachwuchskräfte generell gute Aussichten auf dem Arbeitsmarkt haben. Doch was macht ein Betriebswirt eigentlich?

Betriebswirte – die Allrounder der freien Wirtschaft

Mit einem abgeschlossenen Studium hat man bessere Jobaussichten. Was aber, wenn man ohne Abitur und damit ohne fürs Studium qualifizierenden Abschluss dasteht? Oder wenn man sich nach dem Schulabschluss direkt für eine Ausbildung entschieden hat? Dann könnte es eine gute Alternative sein, eine Fortbildung zum Betriebswirt IHK absolvieren zu wollen. Der Geprüfte Betriebswirt IHK gehört zu den höchsten betriebswirtschaftlichen Abschlüssen im nicht-akademischen Bereich. Er steht auf einer Stufe mit dem Master, ohne dass man vorab ein Studium absolvieren muss.

Betriebswirte gelten auf dem Arbeitsmarkt als gefragte Fachkräfte. Dank ihres umfangreichen Know-hows können sie in nahezu jeder Branche eine Anstellung finden. Mit einer entsprechenden Fortbildung ebnet man sich den Sprung in das mittlere und obere Management eines Unternehmens. Je nach Fachbereich kommen unterschiedliche Einsatzbereiche infrage – unter anderem Personalabteilung, Rechnungswesen, Marketing, Produktion oder Vertrieb. Dort übernehmen Betriebswirte zum Beispiel die Optimierung betrieblicher Organisationsstrukturen, sind für die Planung und Gestaltung betrieblicher Entscheidungsvorgaben verantwortlich oder formulieren Zielvorgaben für die eigene Abteilung. Wer den Schwerpunkt auf das Finanz- und Rechnungswesen legt, erstellt Wirtschaftlichkeitsanalysen, ist für die Auswertung von Statistiken zuständig oder erarbeitet Finanzierungspläne.

Für wen ist die Fortbildung geeignet?

Zielgruppe der Fortbildung zum geprüften Betriebswirt sind Berufstätige, die nach ihrer kaufmännischen Berufsausbildung mindestens ein Jahr gearbeitet haben und sich weiterqualifizieren möchten. Aber auch diejenigen, die ohne Berufsausbildung mindestens 7 Jahre im Berufsleben tätig waren, können sich für die Fortbildung entscheiden.

Einsatzwille und Durchhaltevermögen sind ebenfalls erforderlich. Die 22 Monate umfassende Aufstiegsfortbildung verlangt so einiges ab. So große Chancen die Weiterbildung neben dem Beruf auch hat – man sollte sich darauf einstellen, in den kommenden zwei Jahren besonders viel Disziplin zum Lernen aufbringen zu müssen. Schließlich müssen bei der berufsbegleitenden Weiterbildung nach den regulären Arbeitszeiten im Unternehmen noch Kurse besucht und Lernmaterial gesichtet werden. Angeboten werden Lehrgänge zum Betriebswirt IHK vorwiegend von privaten Bildungsinstituten. Die Abschlussprüfungen finden dann vor der Industrie- und Handelskammer statt.

Bevor man sich zum Lehrgang einschreiben kann, sollte man sicherstellen, dass man die notwendigen Voraussetzungen erfüllt. Zu diesen gehören

  1. eine erfolgreich abgelegte IHK-Aufstiegsfortbildungsprüfung zum Fachkaufmann/-frau oder zum Fachwirt/in oder eine vergleichbare kaufmännische Fortbildungsprüfung nach dem Berufsbildungsgesetz oder
  2. eine erfolgreich abgelegte staatliche (alternativ: staatlich anerkannte) Prüfung an einer auf einer Ausbildung aufbauenden kaufmännischen Fachschule sowie eine im Anschluss mindestens dreijährige Berufspraxis.

Alternativ kann mit Zeugnissen oder auf andere Weise belegt werden, dass man über Fähigkeiten, Fertigkeiten und Kenntnisse verfügt, die mit der beruflichen Handlungsfähigkeit vergleichbar sind. In diesem Fall kann ebenfalls eine Zulassung zur Prüfung stattfinden. Ist man sich unsicher, ob alle notwendigen Voraussetzungen erfüllt werden, kann man sich bei privaten Bildungsträgern beraten lassen.

Inhalte und Ablauf der Fortbildung

Für den Abschluss Betriebswirt IHK sind Lerninhalte folgender Bereiche vorgesehen:

  • Bilanz- und Steuerpolitik
  • Marketing Management
  • Organisation/Projektmanagement
  • Finanzwirtschaftliche Steuerung
  • Unternehmensführung

Charakteristisch ist die Vertiefung von Kenntnissen im Bereich Management und Führung. Daher werden Inhalte verschiedener Fachgebiete einbezogen. Zu diesen gehört etwa das Erkennen und Ausgestalten unternehmensspezifischer Strategiefelder, die Organisation nationaler und internationaler Leistungsprozesse sowie die Wahrnehmung von Planung, Steuerung und Überwachung von Unternehmensprozessen. Mit dem Geprüften Betriebswirt in der Tasche, steht es einem offen, sein Wissen mit verschiedenen Kursen in bestimmten Themengebieten zu erweitern.

Wie lange dauert die Fortbildung?

Vom Beginn der Fortbildung bis zum Titel Geprüfter Betriebswirt können mehrere Monate bis Jahre vergehen. Wie viel Zeit für das Karriereziel aufgewendet werden muss, richtet sich danach, in welcher Form dir Fortbildung stattfindet. Bei einem Fernstudium braucht man ca. 3 Jahre, bei einer berufsbegleitenden Fortbildung 1 bis 3,5 Jahre und in Vollzeit etwa 2 Jahre.

All diejenigen, die sich für einen Präsenzlehrgang entscheiden, besuchen regelmäßig den Unterricht. Bei der Entscheidung, sich berufsbegleitend fortzubilden, liegen die Kurse in der Regel auf den Abenden oder auf Wochenenden. Auch bei der Frage, in welcher Form die Lernmaterialien zur Verfügung gestellt werden, kommt es drauf an, ob man einen Präsenzlehrgang oder einen Fernlehrgang besucht. Bei letzterem bekommen Teilnehmer die Lehrskripte üblicherweise nach Hause geschickt oder können sich die Unterlagen über das Internet herunterladen. Diese werden dann selbsttätig durchgearbeitet, Einsendeaufgaben beantwortet und zur Durchsicht an das Institut gesendet. Einige Anbieter haben sich auf Online-Seminare spezialisiert. Ein großer Vorteil bei dieser Variante: Online-Seminare haben einen ähnlichen Charakter wie Präsenzveranstaltungen. Sie bestehen aus Videolektionen (live oder abgedreht), so dass oftmals eine Interkation unter den Teilnehmern und mit dem Lehrerenden möglich ist. Auch Rückfragen können geklärt werden.

Sobald der Lehrgang abgeschlossen ist, erhalten die Teilnehmer ein Zeugnis des Anbieters. Besteht man die staatliche Prüfung, darf man zudem den Titel “Staatlich geprüfter Betriebswirt” führen.

Mit welchen Kosten muss ich rechnen?

Die Kosten für die Fortbildung zum geprüften Betriebswirt können stark variieren. Sie sind abhängig von der Art des Lehrgangs, unterscheiden sich aber auch von Anbieter zu Anbieter. Für eine 22 Monate dauernde Aufstiegsfortbildung bei der WBS Akademie müssen beispielsweise knapp 4.000 Euro investiert werden.

Während betriebsinterne Weiterbildungen in der Regel betrieblich organisiert und auch bezahlt werden, sieht es bei privat motivierten Fortbildungen anders aus. Hier lohnt es sich, nach Förderprogrammen von Bund und Ländern Ausschau zu halten. Bekannteste Fördermaßnahme ist das Aufstiegs-BAföG. Wer die für das jeweilige Programm notwendigen Fördervoraussetzungen erfüllt, erhält nicht nur Beiträge zum Lebensunterhalt, sondern auch anteilig Zuschüsse zu Lehrgangskosten sowie zinsgünstige Darlehen.

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