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Schönheitswettbewerbe und der Bezug zu Aktien

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Inspiriert durch eine Zeitung widme ich mich hier einem sehr faszinierenden Thema. Man stelle sich die folgende Situation vor: Bei einem Schönheitswettbewerb treten 10 Frauen gegeneinander an. Die Teilnehmer eines Gewinnspiels sind gleichzeitig die Jury-Mitglieder und stimmen per Post über die Siegerin ab. Unter den Personen, die für die Siegerfrau gestimmt haben, werden 10 Autos verlost. Wie gewinnt man nun am einfachsten ein Auto?

Sollte ein Teilnehmer des Gewinnspiels also nun auf die Frau tippen, die er am schönsten findet, wie man intuitiv vermuten könnte?

Ein rationaler Spieler, der seine Gewinnwahrscheinlichkeit auf ein Auto maximieren will, wird in folgenden Schritten denken. Vorraussetzung: Er unterstellt auch den anderen Spielern, dass sie rational denken wie er.

1) Wenn alle anderen Spieler die Teilnehmerin am Schönheitswettbewerb wählen, die sie am schönsten finden, so ist es für mich optimal, die Frau zu wählen, die die meisten Anderen wählen.

Da jedoch alle so denken, wie er, folgt Schritt 2.

2) Der rationale Spieler wählt die Frau, von der die anderen glauben, dass sie die anderen Spieler wählen.

Aufgrund der Rationalität aller Spieler folgt jedoch Schritt 3:

3) Der Spieler wählt die Frau, von der die anderen glauben, dass die anderen glauben, dass sie die anderen Spieler wählen.

Wenn alle Spieler rational sind, dann rechnen theoretisch alle Spieler bis ins Unendliche (bzw. bis zu ihrem Tod) weiter, was jedoch schon nach wenigen Schritten nicht mehr realistisch ist. In der Realität sind die meisten Spieler nicht rational. Ein rationaler Spieler maximiert, wenn andere Spieler nicht rational sind, seine Gewinnchancen, wenn er exakt eine Stufe weiter denkt als die anderen Spieler.

Dieses Beispiel lässt sich übertragen auf verschiedene Bereiche, etwa auf den Aktienmarkt. Im ersten Schritt wählt der rationale Anleger die Aktie, von der er glaubt, dass sie die anderen Spieler wählen, da diese durch die steigende Nachfrage im Preis steigt. Im zweiten Schritt wählt der Spekulant die Aktie, von der er glaubt, dass die anderen Spieler glauben, dass sie die anderen Spieler wählen, usw.

Auch hier ist das gewinnbringende Prinzip: Eine Stufe weiter denken, als die Mitstreiter.

Bei entsprechendem Interesse an diesem Thema veröffentliche ich zusätzlich eine passende Rechenaufgabe, die die gesamte Systematik verdeutlicht.

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Autor: Alltagsoekonom

Der Volkswirt schreibt hier über persönliche und ökonomische Lebensführung, über Gerechtigkeit und über Gesellschafts- und Kartenspiele. Er freut sich immer über Kommentare, Feedback und Kooperationsgesuche. Sehr gerne über das Kontaktformular dieser Seite oder per Mail. Ansonsten ist der gute Herr auch bei google+ zu erreichen.

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