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Sky und der wenig lukrative Markt für Bezahlfernsehen

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Der Pay-TV Anbieter Sky überträgt die Fussball-Bundesliga exklusiv live im Fernsehen. Sky ist ein interessantes Unternehmen, denn die Geschäftspolitik von Sky ist sehr stark auf den Fussball ausgerichtet und die Firma kämpft seit Jahren mit Verlusten.

Bis 2009 firmierte das Unternehmen unter dem Namen „Premiere“. Neben Spielen zur Fussball-Bundesliga überträgt der Sender alle Spiele der UEFA Champions-League und die deutschen und wichtige Partien der Europa League. Ende 2012 nutzten 3,4 Millionen Kunden das Sky-Angebot, dennoch musste Sky auch in 2012 einen Verlust hinnehmen.

Seit 2006 (und in vielen Vorjahren) schrieb Sky jedes Jahr rote Zahlen. Die Anzahl der Abonnenten hat in 2013 erneut einen neuen Höchststand erreicht, weshalb das Unternehmen dieses Jahr mit einem Gewinn rechnet.

Die Zunahme bei den Sky-Abos könnte damit zu tun haben, dass seit diesem Jahr viele Liga-Total-Kunden ebenfalls Sky sehen, weil die Telekom mit Sky kooperiert. „Liga Total“ hieß das Bundesliga-Angebot der Telekom, das bis zu dieser Saison per Internetleitung die Spiele der ersten und zweiten Bundesliga übertrug.

Der Fußball ist enorm wichtig für Sky. Zwar zeigt Sky in seinen Programmen zusätzlich aktuelle Filme und Dokumentationen, dennoch ist König Fussball das alles überragende Verkaufsargument. Das lässt sich ebenso an der Summe ablesen, die Sky jährlich für die Fussballrechte auf den Tisch legt. Ab der Saison 2013/14 nimmt die Deutsche Fußball Liga insgesamt 600 Millionen Euro pro Jahr ein – mit etwa 485 Millionen Euro pro Saison leistet Sky den Hauptbeitrag zu dieser Summe. Die Bedeutung des Faktors Fussball wird auch daran deutlich, dass Sky mit „Sky Sport News“einen 24-Stunden-Sportsender betreibt, der vor allem über Ereignisse im Bereich Fussball berichtet.

Verkauf der Exklusivrechte steigert die Einnahmen der Bundesliga

Wieso kostet es so viel, Fussballspiele zu übertragen? Da ist zunächst einmal natürlich die Beliebtheit der Bundesliga zu nennen. Ausverkaufte Stadien allerorten, Zeitungen, die voll sind mit Berichten über die Bundesliga oder Mondpreise für Eintrittskarten zu Spielen sind nur einige Beispiele. Zusätzlich trägt auch der Verkauf Übertragungsrechte in exklusiver Form dazu bei, dass die DFL so viel Geld einnimmt. Um sich zu verdeutlichen, warum ein Unternehmen mehr bezahlt als mehrere zusammen, muss man sich die Situation mit mehreren „Skys“ einmal ansehen: Die Übertragung der Partien ist, abseits der Übertragungsrechte, mit hohen Kosten verbunden, denn Kameras müssen in den Stadien installiert werden, die Übertragungstechnik zu den Spielstätten gebracht werden, Kommentatoren und Moderatoren im Studio wollen gut entlohnt werden und vieles mehr.

Zwei Unternehmen würden so jeweils ihre eigenen hohen Kosten (Fixkosten!) bei vergleichbarer Gesamtzahl an Abonnenten haben. Deshalb hätten zwei Unternehmen zusammen eine insgesamt geringere Zahlungsbereitschaft als ein Unternehmen, das als Monopolist am Markt auftritt. Wenn ein Unternehmen die gesamte Nachfrage günstiger bedienen kann als mehrere zusammen, spricht man von einem natürlichen Monopol.

Sky ist abhängig von den Fussballrechten

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Wieso schreibt Sky seit Ewigkeiten rote Zahlen? Einerseits gab es in der Vergangenheit tatsächlich den Konkurrenten Liga Total, der neben Sky als Live-Anbieter am Markt auftrat. Viel häufiger gab es jedoch Zeiten, in denen Sky bzw. Premiere als alleiniger Anbieter den Markt der Fussballfans versorgte. Zumindest als einziger Anbieter von Livefussball, denn Sendungen wie die „Sportschau“ oder das „aktuelle Sportstudio“ stellen ebenfalls eine gewisse Konkurrenz dar.

Es ist schwer zu verstehen, dass Sky seit Jahren kein Geld verdient. Gut vorstellbar, dass das Unternehmen zu viel Geld für die Bundesliga zahlt, weil es ohne diese Rechte noch viel schlechter dastünde. Platt gesprochen. Die Übertragungstechnik ist vorhanden und würde ohne Bundesliga in der Garage verrotten und Mitarbeiter kann man nicht so schnell auf die Straße setzen.

Vielleicht ist es aber auch das Ziel von Sky, sich einen Ruf als aggressiver Bieter zu erarbeiten, um in der Zukunft andere Anbieter vom Mitbieten um die Fernsehrechte abzuhalten. Das hieße, das Sky darauf spekuliert, die Verluste in der Vergangenheit durch hohe Gewinne in der Zunkuft auszugleichen, weil die Konkurrenz in kommenden Jahren gar nicht erst mitbietet.

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Autor: Alltagsoekonom

Der Volkswirt schreibt hier über persönliche und ökonomische Lebensführung, über Gerechtigkeit und über Gesellschafts- und Kartenspiele. Er freut sich immer über Kommentare, Feedback und Kooperationsgesuche. Sehr gerne über das Kontaktformular dieser Seite oder per Mail. Ansonsten ist der gute Herr auch bei google+ zu erreichen.

3 Kommentare

  1. Hallo,
    ich finde es viel bedenklicher, dass die öffentlichen Sender -z.B. das ZDF- so extrem mitbieten. Meiner Meinung nach ist dies extreme Wettbewerbsverzerrung, da den öffentlichen Sendern viel mehr Geld durch Steuern zufließen als den anderen privaten Sendern.

    Liebe Grüße

  2. Servus Geldpirat,

    beim Schreiben des Beitrags habe ich zwischendurch auch mal an diese Thematik gedacht. Ich habe die Öffentlich-Rechtlichen dann aber im Beitrag außen vor gelassen, weil der Artikel zu umfangreich geworden wäre.

    Ich finde ebenso unfassbar dass sich das ZDF die Free-TV-Rechte für je ein Champions-League Spiel pro Vorrundenspieltag sichert. Das ist 100 Prozent hinausgeworfenes Geld. Statt dem ZDF hätte sich ein Privatsender wie Sat.1 etc. sonst die Rechte gesichert. Klar, die hätten mehr Werbung gesendet, in der Halbzeitpause und vor und nach dem Spiel, aber dafür kostet es nicht unsere Fernsehgebühren!

  3. Fußball schreibt man mit ß – nicht ss!

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