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Spiegel Plus für 10 Euro, oder: Wie vermarkte ich ein digitales Produkt?

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Das Online-Angebot des Spiegels, das auch die elektronische Ausgabe des Spiegel-Magazins umfasst, gibt es derzeit drei Monate lang für 10 Euro im Monat statt den regulären 20.

Warum der Spiegel nicht möchte, dass jeder von diesem Angebot weiß und warum der Spiegel Handlungsbedarf hat – das und vieles, vieles mehr, erfährst Du in diesem Artikel. Du wirst total glücklich sein nach dem Lesen. So glücklich wie niemals zuvor.

Zurück vom Glück zum Übel des Spiegel. Denn wirtschaftlich ist die Corona-Krise eine Herausforderung für den Spiegel. 20 Millionen Euro fehlen in diesem Jahr. Der Hamburger Verlag profitiert zwar in Corona-Zeiten von gestiegenen Zugriffszahlen auf seiner Internetseite, doch die Werbeerlöse brechen im Rahmen der sich abzeichnenden Konjunkturtrübung weg.

Der digitale Spiegel für 10 Euro pro Monat

Was macht man also, um mehr Cash zu generieren? Sonderaktionen. Und hier hat man sich beim Spiegel das digitale Angebot namens Spiegel Plus ausgesucht. Dieses umfasst neben der digitalen Ausgabe des Spiegel-Magazins auch exklusive Online-Artikel für Abonnenten.

Spiegel Plus gibt es aktuell für 10 Euro im Monat statt der regulären 20. Ich sah das Angebot ursprünglich auf der Internetseite des Spiegels. Kurz danach war es verschwunden und ich musste einige Minuten in die zielgerichtete Suche investieren, sah mich sogar gezwungen, auf den Datenkraken Google zurückzugreifen, um das Angebot wiederzufinden. Wieso hat der Spiegel das Angebot so gut versteckt?

Der Zeitschriftenverlag hat sich dabei etwas gedacht. Durch das versteckte Angebot nehmen nämlich nur Kunden den Rabatt von 10 Euro und 50 Prozent in Anspruch, die sich intensiv darum bemühen. Das nennt sich Preisdifferenzierung oder auch Preisdiskriminierung. Von unterschiedlichen Käufergruppen verlangt das Links-Grün-gefärbte Medienhaus unterschiedliche Preise. Die Kunden mit tendenziell mehr Einkommen oder geringerer Preissensibilität zahlen den Normalpreis. Wer sparen will, der muss etwas dafür tun. So zahlen die preisbewussten und weniger wohlhabenden Menschen für einige Monate den reduzierten Preis von 10 Euro.

Minimale Kosten für einen zusätzlichen Digital-Leser

Warum eignet sich ein digitales Angebot sehr gut für hohe Rabatte, mittels denen preisbewusste Kunden zum Kauf animiert werden können? Die Grenzkosten betragen fast 0 für jedes weitere verkaufte digitale Abo. Denn die Redakteure bekommen größtenteils ihren festen Lohn, die Angestellten ihre Gehälter und Kosten für Gebäude, Mieten, etc. fallen auch weiter an. Ob ein Mensch mehr oder weniger Zugriff auf die digitale Ausgabe hat spielt fast keine Rolle. Anders sieht dies natürlich beim gedruckten Magazin aus, denn hier fallen zumindest zusätzliche Druck-, Versand- und Vertriebskosten an.

Also: Digitale Angebote eignen sich besonders gut für hohe Rabatte, oft in Kombination mit einer Preisdifferenzierung, um auch die höhere Zahlungsbereitschaft anderer Käufergruppen auszunutzen. Die zusätzlichen Kosten für einen zusätzlichen Nutzer des Digitalangebots liegen nämlich nahe Null, Cero, Nada, Niente.

Bist Du jetzt so richtig glücklich und happy, wie ich Dir versprochen habe? Schreib es gerne in die Kommentare, wie glücklich Du jetzt bist.

 

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Autor: Alltagsoekonom

Der Volkswirt schreibt hier über persönliche und ökonomische Lebensführung, über Gerechtigkeit und über Gesellschafts- und Kartenspiele. Er freut sich immer über Kommentare, Feedback und Kooperationsgesuche. Sehr gerne über das Kontaktformular dieser Seite oder per Mail. Ansonsten ist der gute Herr auch bei google+ zu erreichen.

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