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Teufelskreis der Hamsterkäufe: Klopapier und Nudeln

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In vielen Supermärkten finden die Konsumenten in diesen Tagen kein Klopapier und keine Nudeln mehr. Auf Plattformen wie ebay verlangen Händler das vierfache des regulären Verkaufspreises für diese Produkte.

Wie kommt es dazu, dass plötzlich so viele Leute Toilettenpapier kaufen? Wir betrachten den Teufelskreis, der das Problem immer gravierender macht und zu diesen asozialen Auswüchsen auf Plattformen wie ebay führt.

Am Anfang steht der Panikkäufer mit Angst vor dem gesellschaftlichen Zusammenbruch

Am Beginn dieses Phänomens steht die Corona-Krise. Einige, wenige Menschen bekommen Angst, dass in unserem Land bald die totale Krise herrscht und alles zusammenbricht. Supermärkte schließen, kein Strom mehr, kein Gesundheitssystem. So in etwa dürften die irrationalen Befürchtungen der Leute gewesen sein, die sich auf diesen kompletten Zusammenbruch vorbereiten wollten. In der Folge konzentrieren wir uns auf den Teufelskreis beim Produkt Klopapier.

Der verängstigte Mitbürger geht also in den Supermarkt und kauft gleich mal fünf Pakete Klopapier. Das machen einige Menschen in ganz Deutschland.

Im zweiten Schritt kommen andere, nichts ahnende, weil nicht vollkommen verängstigte Menschen in diese Supermärkte und sehen, dass vom Klopapier nicht mehr so viel da ist wie normal. Jetzt gibt es die einen, die sich an Corona erinnern und die denken, dass diese Menschen ja vielleicht Recht haben und alles zusammenbrechen könnte. Und sie nehmen auch zwei Pakete Klopapier mit an die Kasse.

Asoziale Geschäftsleute beobachten den Mangel und kaufen selbst

Andere Leute im Supermarkt bekommen trotzdem keine Angst. Doch sie sehen, dass Klopapier kaum mehr vorhanden ist in den Regalen. Und selbst wenn sie noch einiges daheim haben, denken sie vielleicht: Wenn die Leute weiter so einen Schiss haben, dann gehe ich doch lieber jetzt auf Nummer sicher und nehme auch ein Paket mit.

Diese zwei Sorten von Menschen dürfte ein Freund von mir beobachtet haben, als bei seinem Einkauf vor etwa einer Woche fast jeder Kunde Klopapier im Einkaufswagen hatte.

Im dritten Schritt sehen asoziale Geschäftsleute, dass Klopapier in vielen Supermärkten Mangelware ist. Also kaufen sie überall dort, wo sie noch Klopapier bekommen können, die Restbestände auf. Und verkaufen eine Menge davon auf Plattformen wie ebay.

Teufelskreis ist intakt, wenn Supermärkte die Regale nachfüllen

Der Teufelskreis ist nun in Gang besetzt und das erklärt dann auch, warum Klopapier in manchen Supermärkten schon zehn Minuten nach der Platzierung in den Regalen wieder ausverkauft ist. Weitere Leute bekommen es mit der Angst zu tun oder sehen sich womöglich aufgrund des Klopapier-Debakels aller Orten bestätigt, dass alles zusammenbricht. Andere Leute, die wirklich Klopapier früher gebraucht hätten, können es nun endlich kaufen. Und dann gibt es wieder die, die aufgrund der Hamsterkäufe anderer Menschen kaufen oder diesen Teufelskreis verstehen. Und auch die asozialen Händler suchen händeringend nach Nachschub, um weiter den großen Reibach zu machen. Wohlgemerkt verdienen diese Händler nicht nur ihr Geld mit den ängstlichen, sondern auch mit den armen Menschen, die gar kein Klopapier mehr daheim haben.

Das führt dann zu Zuständen, die in den Medien beschrieben werden:  Security-Mitarbeiter überwachen, dass Kunden eines Supermarktes nur eine Packung kaufen.

Wann gibt es endlich wieder ausreichend Klopapier in den Supermärkten zu kaufen? Das kann ich nicht beantworten. Doch irgendwann, spätestens wenn jeder an diesem Teufelskreis Beteiligte daheim fünf Packungen Klopapier hortet ist es vorbei. Zusätzlich würde es zu einer Beruhigung der Lage beitragen, wenn Supermärkte jetzt viel mehr Klopapier verkaufen. Dann würden sich einige Ängstliche beruhigen, weniger kaufen und auch der Rattenschwanz dahinter wird dann wieder kleiner. Ich gehe davon aus, dass Supermärkte ihr Angebot nach oben anpassen wollen und werden.

Also mein Tipp: In spätestens drei Wochen hat sich der Mangel an Klopapier erledigt. Dann hat sich auch die aoszialen Geschäftemacherei mit dem derzeit knappen Gut Toilettenpapier erledigt.

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Autor: Alltagsoekonom

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