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Gehalt: Der Unterschied zwischen brutto und netto

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Der Unterschied zwischen Brutto-und Nettogehalt wird mit zunehmendem Einkommen immer größer. Ich gebe drei konkrete Beispiele und erläutere, welche Faktoren das Bruttogehalt verringern.

Wenn Bewerber mit einem möglichen Arbeitgeber über das Gehalt verhandeln, dann handelt es sich üblicherweise um das Brutto-Jahresgehalt. Der Arbeitnehmer kann über den Bruttobetrag jedoch nicht verfügen, sondern er muss vorher einige Abzüge hinnehmen. Der Betrag, der nach Abzug dieser Aufwendungen übrig bleibt und den der Arbeitnehmer überwiesen bekommt, ist das Netto-Gehalt.

Ich möchte nun drei konkrete Beispiele aufzeigen, wie sich Brutto- und Nettogehalt unterscheiden. Die Zahlen habe ich durch den Gehaltsrechner auf brutto-netto-rechner.info errechnet. Ich gehe dabei von einer angestellten und unverheirateten Person ohne Kinder aus (Steuerklasse 1):

1. niedriges Einkommen: 1300 Euro brutto im Monat

– Lohn- und Kirchensteuer  60,40 Euro

– Rentenversicherung   122,85 Euro

– Arbeitslosenversicherung 19,50 Euro

– Krankenversicherung 106,60 Euro

– Pflegeversicherung 16,58

= Nettoeinkommen 974,08 Euro (=ca. 74,9 % des Bruttoeinkommens)

Bei einem Einkommen von 1300 Euro müssen nicht viele Steuern gezahlt werden. Der Großteil der Steuerabgaben entfällt auf die Lohnsteuer (55,41 Euro), während die Kirchensteuer nur 4,99 Euro ausmacht. Die Lohnsteuer ist eine spezielle Form der Einkommenssteuer, die für angestellte Menschen gilt und direkt vom Arbeitgeber an den Staat abgeführt wird.

Neben Steuern führt der Arbeitgeber auch Sozialversicherungsabgaben an den Staat ab. Dabei tragen Arbeitgeber und Arbeitnehmer diese Kosten in etwa jeweils zur Hälfte. In der Rechnung oben tauchen demzufolge nur die Abgaben, die von Arbeitnehmerseite zu leisten sind, auf. Der Arbeitnehmerbeitrag zur Rentenversicherung liegt bei 122/1300 =ca. 9,4 % leicht über dem Arbeitnehmerbeitrag zur Krankenversicherung von 106/1300 = ca.8,2 %.

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Das Bild zeigt den Unterschied zwischen brutto und netto;).

Das gesetzliche Rentenversicherungssystem in Deutschland ist umlagefinanziert. Das bedeutet, dass die Beiträge der derzeitigen Arbeitnehmer für die heutigen Rentenzahlungen an Ruheständler genutzt werden. Eine Krankenversicherung ist in Deutschland für jede Person Pflicht. Sowohl bei Renten- als auch bei Krankenversicherung können manche Menschen, beispielsweise Selbständige, anstelle der gesetzlichen eine private Versicherung wählen.

Die Beiträge zur Arbeitslosen- und zur Pflegeversicherung machen nur einen kleinen Teil der Arbeitnehmerabgaben aus. Die Arbeitslosenversicherung hat vor allem den Zweck, Menschen, die ihre Arbeit verlieren, für einen bestimmten Zeitraum (max. 24 Monate) einen Teil ihres Lohns fortzuzahlen. Pflegebedürftige Personen haben Anspruch auf Zahlungen durch die Pflegeversicherung, wenn sie vorher zwei Jahre in der Pflegeversicherung versichert waren.

Kommen wir nun zu zwei weiteren Einkommensbeispielen, bei denen wir die Differenz zwischen brutto und netto betrachten wollen:

2. mittleres Einkommen: 2500 Euro brutto im Monat

Nettoeinkommen: 1607,24 Euro (= ca. 64,3 % des Bruttoeinkommens)

3. hohes Einkommen: 5000 Euro brutto im Monat

Nettoeinkommen: 2790,15 Euro (ca. 55,8 % des Bruttoeinkommens)

Beim Vergleich von Brutto- und Nettoeinkommen fällt auf, dass mit steigender Entlohnung ein immer größerer Anteil des Bruttogehalts an den Staat geht. Dies liegt vor allem daran, dass die Lohnsteuerbelastung mit zunehmendem Einkommen stark ansteigt. Während bei einem Bruttoeinkommen von 1300 Euro nur etwa 55 Euro (ca 4,2 %) Lohnsteuer anfallen, beträgt diese bei einem Einkommen von 5000 Euro brutto schon 1126 Euro (ca. 22,5%). Wer in Deutschland viel Geld verdient, der muss einen größeren Beitrag zum Gemeinwesen leisten als der wenig verdienende Kollege.

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Autor: Alltagsoekonom

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2 Kommentare

  1. Wie kann es dann sein, dass jmd mit nem bruttogehalt von 1250€, plus Zuschläge 1400€, ein netto von 1100€ bekommt?

    • Findest du die 1100 netto viel oder wenig? Bei einem brutto von 1400 gehen hier also etwa 21 Prozent ab für Steuern und Sozialabgaben, das finde ich relativ wenig. Der Brutto-Netto-Rechner berechnet ein Netto von 1037. Ich könnte mir vorstellen, dass die Zuschläge steuerfrei sind und sich daher das relativ hohe Nettogehalt ergibt

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