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Wieso es sehr günstige Aboangebote für Zeitungen und Zeitschriften gibt

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Wer Zeitungen und Zeitschriften regelmäßig am Kiosk kauft, der gibt unnötig Geld aus. Denn die Printverlage locken bei fast allen Produkten den Leser mit Rabatten, wenn er ein Abonnement abschließt. Für die Verlage heißt dies, dass sie nicht nur selbst die Versandkosten tragen, sondern auch das Einzelheft bzw. die einzelne Zeitung zu günstigeren Preisen verkaufen.

Diese günstigen Angebote auf dem Zeitschriftenmarkt ziehen sich mittlerweile durch alle Bereiche. Von wöchentlich erscheinenden Nachrichtenmagazinen wie Spiegel, Focus und Stern über Sportzeitschriften wie Kicker und SportBild bis hin zu speziellen Zeitschriften wie Bild der Wissenschaft, Cinema  oder Playboy. Probeabos, die nur wenige Ausgaben umfassen werden oft sogar umsonst angeboten. Teilweise verzichten die Verlage sogar auf die Klausel, dass der Abonnent die Zeitung automatisch für einen längeren Zeitraum, meist ein Jahr, bezieht, wenn er sein Probeabo nicht rechtzeitig kündigt.

Auch wenn sich der Verbraucher direkt zu einem langfristigen Bezug entscheidet, locken Prämien mit teilweise unglaublichen Rückzahlungen. Um diese sehr günstigen Jahresabos dreht sich die folgende Analyse.

Beispiele für günstige Jahreabos:

– Die Auto Zeitung kostet im Jahreabo 57,20 Euro. Dazu erhält der Kunde eine  Bargeldprämie von 55€ und zahlt damit effektiv nur 2,20 Euro.

– Die Fernsehzzeitschrift Hörzu kostet im Jahr 96,20 Euro. Bei Abschluß des Abos erhält der Leser eine Rückzahlung von 85 Euro in bar und zahlt effektiv 11,20.

– auch Zeitungen wie die Frankfurter Allgemeine sind oft sehr günstig oder sogar kostenfrei beziehbar

Viele meiner Leser wird an dieser Stelle sicher enttäuschen, dass ich kein derartiges Angebot von ,,Das goldende Blatt“ nenne. Sorry, es ist von meiner Quellenseite verschwunden:)

Dies sind also typische Angebote. Jetzt aber zu den Charakteristika des Printmarktes, der die Verlage zu derlei Aktionen verleitet. Hier wird die Situation, in der der Verlag sein Abo nur zum regulären Preis anbietet mit der Situation verglichen, in der er zusätzlich extrem günstige Angebote erstellt.

1) Werbung ist für Verlage eine sehr wichtige Einnahmequelle. Um möglichst hohe Erlöse durch Werbung zu erzielen, ist es notwendig, dass die Zeitschrift von möglichst vielen Menschen gelesen wird. Dies spricht für möglichst viele Abonnenten!

2) Der wesentliche Kostentreiber bei einer Zeitung sind die Redakteure und weiteren Mitarbeiter. Im Vergleich sollten die Kosten für den Druck einer (weiteren) Zeitung sehr gering sein. In Kombination mit dem Werbeeffekt aus 1) kann es sich daher lohnen, Menschen für sehr wenig Geld mit einer Zeitung zu versorgen. Problematisch für die Verlage wird es jedoch, wenn diese extrem günstigen Abo-Angebote viele Menschen in Anspruch nehmen, die bisher ein Abo zum regulären Preis besitzen oder regelmäßig zum Kiosk gehen.

3) Oft verlängert sich sowohl das Probeabo, als auch das Jahresabo nach dem Bezugszeitraum für ein (weiteres) Jahr, und das zum regulären-Zeitschriftenpreis! Dadurch lohnt sich ebenfalls eine größere Abonnentenzahl, weil viele Menschen vergessen, das Abo abzubestellen, vor allem nach einem längeren Bezugszeitraum.

Fazit: Günstige Angebote sorgen für mehr Abonnenten, was die Werbeeinnahmen erhöht. Außerdem steigen die Folgeeinnahmen, wenn Abonnenten es versäumen, ihr Probeabo zu kündigen. Damit sich diese sehr günstigen Angebote lohnen, dürfen diese ,,Spar-Abos“ jedoch nicht von zu vielen Stammlesern, die bislang den regulären Abo- bzw. Kioskpreis bezahlen, in Anspruch genommen werden. Offensichtlich ist letzterer Punkt jedoch nicht der Fall.

 

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Autor: Alltagsoekonom

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