Wie weit wollt ihr gehen? Der Medienfall Hoeneß

Ist das nicht super? Ein Mann hat alles verloren, was ihm lieb ist: Seinen Posten beim FC Bayern, sein Geld und zusätzlich wandert er für dreieinhalb Jahre in den Knast. Und das ist nicht alles: Sein Ruf in Deutschland ist für alle Zeiten ruiniert.

Die Zeitungen haben den Fall Hoeneß medial ausgeschlachtet und dabei wieder einmal Grenzen überschritten. Zwei Beispiele von Spiegel Online möchte ich, stellvertretend für andere Medien nennen. Ein Text trägt die Überschrift „Ein ganz gewöhnlicher Krimineller“.

Ein weiterer Text erschien mit folgender Headline: „Steuersünder Hoeneß: Der Narzisst“. Letzterer Text ist besonders perfide, denn er stellt Hoeneß als selbstverliebten Typen dar, der sich unerhörterweise auch noch Gedanken macht, welchen Eindruck er vor Gericht vermittelt.

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Die Vermögensverteilung in Deutschland

Wer in den letzten Tagen aufmerksam Zeitung gelesen hat, kam um diese Meldung nicht herum: Das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung (DIW) fand in einer Studie heraus, dass die Vermögen in Deutschland sehr ungleich verteilt sind.

Betrachtet wurde dabei das Nettovermögen, also der Besitz nach Abzug der Schulden, im Jahr 2012. Zum reichsten Prozent der Bevölkerung gehörte man demnach bereits mit einem Vermögen im Wert von 817.000 Euro. Das reichste Zehntel Deutschlands besaß netto mindestens 217.000. In den letzten 10 Jahren konnten die einkommensstärksten Bevölkerungsgruppen ihren Vermögensvorsprung weiter ausbauen.

Demgegenüber hatten 20 Prozent der Bevölkerung im Jahr 2012 keinen Besitz, bei sieben Prozent übertrafen die Schulden sogar die Vermögenswerte.

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