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Tipps für Stratego (1) – das Setup

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Stratego ist ein komplexes Strategiespiel, das am ehesten mit Schach zu vergleichen ist. Ich habe in den letzten zwölf Monaten viel Stratego gespielt. In den folgenden beiden Artikeln möchte ich Anfängern helfen, fortgeschrittenes Niveau bei Stratego zu erreichen

Im ersten Teil geht es um das Setup, das eine enorm wichtige Rolle spielt. Nur wer seine Figuren strategisch wirkungsvoll verteilt, kann diese zum richtigen Zeitpunkt in den Kampf schicken. Ich zeige auch zwei Beispiele für gute Setups.

Es gilt der Leitsatz: Ein gutes Setup ist mehr als die halbe Miete. Es ist das Fundament eures Spiels.

Konservative Setups zeichnen sich dadurch aus, dass die Fahne durch Bomben geschützt ist. Gute Spieler stellen die Fahne jedoch ebenso ungeschützt oder nur teilweise geschützt auf. Ich habe beispielsweise sehr gute Erfahrungen mit einem Setup gemacht, in dem ich die Fahne frei auf einem der mittigen Felder der Grundlinie platziere. Dabei ist natürlich darauf zu achten, dass die Fahne gegen einen Aufklärerangriff geschützt ist.

Ebenfalls sehr effektiv sind vertikale Bombenreihen, in denen eine Lücke gelassen wird. Unvorsichtige oder frustrierte Gegner werden früher oder später eine wertvolle Einheit in dieser Bombenwand versenken.

Für alle beweglichen Einheiten gilt: Gut mischen, so dass Angriffe des Gegners effektiv, also mit einer minimal stärkeren oder gleich starken Einheit gekontert werden können. Auch sollte man sich vorher überlegen, über welche Seite man zuerst angreifen möchte. Hier kann es sich empfehlen, einen Scheinüberfall über eine Seite zu starten, obwohl man keine einzige wertvolle Angriffseinheit einsetzt. So kann man oft die stärksten Einheiten des Gegners enthüllen. In Kombination mit einer vertikalen Bombenwand kann man wertvolle und unvorsichtige Gegnereinheiten bei dessen Gegenangriff eliminieren.

Die Schlüsselpositionen Marschall, General und Spion

Eine wesentliche Rolle kommt der Startposition der drei wichtigsten Einheiten zu: Feldmarschall, General und Spion. Wichtig ist hierbei, nicht ausrechenbar zu sein und ebenso seine stärksten Einheiten nicht zu früh zu enthüllen. Starke Spieler verstecken auch gerne mal den Feldmarschall in der hintersten Ecke. Um nicht zu früh enttarnt zu werden, sollten General und Feldmarschall nicht von den sechs sofort angreifbaren Feldern starten.

Die Platzierung des Spions ist ebenfalls sehr bedeutsam. Anfänger platzieren ihren Spion fast immer neben dem General, um einen Angriff des gegnerischen Feldmarschalls kontern zu können. Wenn man den gegnerischen General enttarnt hat, so kann man sich dann leicht ausrechnen, wo der gegnerische Spion steckt. Die vordersten sechs Felder scheiden hier natürlich ebenso aus, ansonsten sollte man mit Positionen experimentieren, die der Gegner nicht erwartet. Ich kann sehr oft den gegnerischen Feldmarschall mit dem Spion erwischen, wenn ich diesen in der zweiten Reihe an den Rand stelle. Gegner fühlen sich hier sicher und schlagen gerne mit dem Feldmarschall sorglos die den Spion schützende Einheit.

Stratego

Ein starkes Setup: Die Bombe wird trotz, oder gerade wegen ihrer exponierten Stellung selten gefunden. Gleichzeitig befindet sich auf der linken Seite eine sehr effektive vertikale Bombenwand gegen unvorsichtige Gegner. Der Spion ist extrem effektiv gegen einen Feldmarschall über diese Seite. Auch Feldmarschall und General sind überraschend versteckt. Spielweise: Über links vorrücken, mit Feldmarschall überraschend zuschlagen.

Stratego Setup

Ein weiteres Setup mit Bombentrick. Wenn der Gegner die Bombe ganz links schlägt, wird er vermutlich nicht mit der Fahne auf Feld B2 rechnen. Hier befindet sich die Bombenwand auf der rechten Seite. Der Spion ist unerwartet tief versteckt, Feldmarschall und General hingegen zentral. Spielweise: Hier empfiehlt es sich, über rechts anzugreifen, um eventuell mit dem eigenen Spion zuschlagen zu können. Wichtig hierbei: Den Spion immer gut decken, damit er nicht von einem Aufklärer zerlegt wird.

Welche Einheiten gehören in die vorderste Reihe auf die sechs zuerst beweglichen Felder? Hier haben sich Einheiten vom Rang 2-7 bewährt. Auch Mineure kann man als Aufklärer in der vordersten Reihe platzieren.

Um es noch einmal stark vereinfacht zusammenzufassen: Gute Setups zeichnen sich durch ihre Unberechenbarkeit bei Beachtung von Grundregeln (keine sofortige Enttarnung der wichtigsten Einheiten Feldmarschall, General und Spion, gute Mischung der Ränge, schnell verfügbare Aufklärer) aus.

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Autor: Alltagsoekonom

Der Volkswirt schreibt hier über persönliche und ökonomische Lebensführung, über Gerechtigkeit und über Gesellschafts- und Kartenspiele. Er freut sich immer über Kommentare, Feedback und Kooperationsgesuche. Sehr gerne über das Kontaktformular dieser Seite oder per Mail. Ansonsten ist der gute Herr auch bei google+ zu erreichen.

3 Kommentare

  1. Du machst gleich zu Beginn einen elementaren Fehler. Gute Spieler verbergen ihre Fahne fast immer hinter Bomben, da sie bei geringeren Vorteilen gegenüber einem ebenfalls starken Feind kein Risiko eines glücklichen Lottotreffers eingehen wollen.

    Außerdem kranken deine beispielhaften Setups vor allem an Mobilität. Drei Bomben in einer oder zwei vertikalen Reihen sind sehr offensichtlich und werden leicht zu Hindernissen, vor allem wenn du im Nachteil bist.

    • Ich bezweifle, dass du Recht hast, „That smell“. Such mal bei youtube nach Maxroelofs, einem starken Spieler: Ab und an platziert er seine Fahne ungeschützt in der letzten oder vorletzten Reihe. Und das beispielsweise gegen den Online-Ranglisten-Besten Satan-NL. Er verbirgt seine Fahne in den Videos oft hinter Bomben, aber sicher nicht immer. Was ist dein Rating bei strategoonline?

      Die vertikale Bombenstrategie, das habe ich auch im Artikel beschrieben, funktioniert vor allem gegen ungeduldige, weniger starke Spieler. Sicher, im Verlauf des Spiels wird die Position der Bomben schnell enttarnt, ein Nachteil. Und klar, die Mobilität ist dann auch eingeschränkt.

      Sicherlich bedarf es eines guten Mix des Setups, wenn man mehrmals gegen dieselben Leute spielt.

  2. Genau, gute Strategospieler veröffentlichen ihre besten Setups immer auf Youtube, damit ihre Gegner sich darauf einstellen können.

    Nun ich spiele Stratego seit 35 Jahren. Aus meiner Erfahrung heraus kann ich sagen, ich finde deine Setups sehr bescheiden. Beide Setups birgen ein extrem hohes Risiko, das Spiel schon in den ersten 5 Minuten zu verlieren.
    Zu schnell kannst du damit den Major und Oberst verlieren.
    Eine wichtige Regel ist hier nämlich, auf keinen Fall die Sterne zu verlieren.
    Tatsächlich erlebe ich es sogar häufig gegen Schachligaspieler, dass ein verlorener Leutnant spielentscheidend sein kann.
    Wer aber schon mit einem Major in Rückstand kommt, hat dann meistens gegen starke Spieler schon verloren.

    Die Fahne immer hinter Bomben und niemals Figuren hinter Bomben einsperren. Eine eingesperrte Figur ist im ganzen Spielverlauf dann völlig nutzlos. Selbst ein Unteroffizier kann dann im Schlusskampf den Ausschlag über Gewinn oder Niederlage geben.

    Ist meine Fahne hinter Bomben versteckt, brauche ich nur noch alle Mineure zu schlagen, was vereinfacht wird, wenn man deinen Tipp beherzigt und mein Gegner diese wichtigen Einheiten zur Aufklärung benutzt.
    Hab ich alle gegnerischen Mineure, kann ich das Spiel kaum noch verlieren, selbst wenn der Gegner noch den Marschall hat und ich nicht mehr. Es wird dann höchstens noch ein Unentschieden für ihn.

    General und Marschall auf der gleichen Seite direkt nebeneinander stehend?
    Gewagt, lässt man die andere Seite dafür komplett offen für den gegnerischen General, der dankend dein Angebot, das Spiel in wenigen Minuten zu gewinnen, annehmen wird.

    Es reicht nicht sich Spiele anderer Spieler auf Youtube anzuschauen. Jahrelang selber spielen, dann erst erhält man genug Erfahrung.
    Ob man damit gewinnt, ist dann noch ne andere Frage.
    Ich bin bisher in denn letzten 35 Jahren Niemanden begegnet, der mich abziehen konnte. Fast gleichwertig ja, mit leichtem Vorteil für mich. Aber ich bin auch nur ein mittelmäßiger Spieler.
    Denn all der schönen Theorien zum Trotz, verlaufen die Spiele in der Praxis dann doch wieder anders.
    Stratego ist viel Nervensache und Bluff. Die eigene Einstellung der Spieler dürfte hier mehr zum Erfolg oder Misserfolg beitragen als taktische Überlegungen.
    Stratego ist mehr das Poker der Strategiespiele.
    Schach dagegen lässt keinen Raum für Bluffs und Glück.
    Leider spiele ich nur recht schlecht Schach. Dafür aber besser Poker. 😁😉

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