Ansichten eines Fondsmanagers

Heute morgen gehe ich zu meinem Briefkasten, nehme die Post heraus und traue meinen Augen nicht. Ein goldener Briefumschlag fällt mir in die Hände. Erstaunt öffne ich den Brief direkt vor Ort. Der Absender nennt sich Herr M. Anager und schreibt Folgendes:

„Im Bordrestaurant ist der Kaviar aus. Das darf doch nicht wahr sein. Ich gieße mir noch ein randvolles Glas Champagner nach und trinke es in einem Zug leer. Ich ärgere mich über die Deutsche Bahn.

Dann kommt der ICE endlich in Frankfurt an. Ich greife zu meinem Louis-Vuitton-Koffer und setze meine Ray-Ban-Sonnenbrille auf. Euphorisiert vom Alkohol fühle ich mich bereit für den Tag.

Ich kämpfe mich also durch die Massen von Menschen, die durch das Bahnhofsgebäude eilen oder die unzähligen Fressstände bevölkern. Immer wieder kommen mir heruntergekommene Gestalten entgegen, die mich um eine Spende anflehen. „Versager, besorg dir einen Job, wenn du Geld willst“, denke ich, während ich ihn keines Blickes würdige.

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Die Zukunft von Justin Bieber

Justin Bieber, das ist der Prominente, nach dem 2011 die meisten Menschen suchten. Mit 13 Jahren begann seine Karriere im Jahr 2008, als ein Musikmanager auf ein youtube-Video von ihm aufmerksam wurde.

Mittlerweile hat Bieber drei Alben veröffentlicht und unzählige Millionen Euro verdient. Für das Jahr 2011 etwa errechnete das „Forbes magazine“ Einnahmen von mehr als 53 Millionen Euro.

Was macht es mit einem Menschen, wenn er seine Pubertät in den Scheinwerferlichtern der Öffentlichkeit verbringt, ständig umringt von Paparazzi?

Nun, man entwickelt komische Verhaltensweisen und beschmeißt etwa das Haus der Nachbarn mit rohen Eiern. So las ich es vor einigen Tagen bei web.de, dem Mailprovider, bei dem sich die Redakteure tagtäglich einen Wettstreit um den niveaulosesten Beitrag liefern.

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Tannenbusch: Das Ghetto von Bonn?

Aus Bonn Tannenbusch kam der Extremist, der eine Bombe auf einem Gleis am Bonner Hauptbahnhof platziert hatte, die jedoch glücklicherweise nicht detonierte. Handelt es sich bei diesem Viertel also um das „Ghetto“ Bonns?

Der letzte Beitrag beschäftigte sich mit dem Film „Die fetten Jahre sind vorbei“, der sich kritisch mit dem Kapitalismus auseinandersetzt. Passend dazu kommt hier ein Beitrag über meinen aktuellen Wohnort, Bonn Tannenbusch.

Kommt man nach Tannenbusch, bemerkt man schnell, dass es sich um einen Problembezirk handelt: Ich nehme euch mal mit zu einem imaginären Rundgang durch die Hood.

Insgesamt fällt auf: Überall stehen oder liegen Einkaufswagen herum. Viele Menschen nehmen den vollen Einkaufswagen nämlich mit nach Hause. Einkaufswagen liegen aber auch auf Schulhöfen herum. Offensichtlich haben Kinder in diesem Bezirk viel Langeweile, da kann ein Einkaufswagen zumindest kurzzeitig für Abhilfe sorgen.

Müll ist jedoch erstaunlicherweise nur teilweise ein Problem: An meinem Wohnheim, in dem hauptsächlich Studenten wohnen, sieht man ab und an ganze Müllladungen in den Büschen verteilt.

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BRAVO-Kritik Teil 2: Der Umgang mit Werbung

Ich habe vor einiger Zeit bereits die BRAVO getestet und berichtet, wie niveaulos die darin enthaltenen Texte mittlerweile sind. Einziges Thema: Sex. Heute soll es vor allem darum gehen, wie die Jugendzeitschrift Werbung in ihrem Heft unterbringt.

Wir beginnen jedoch mit den Geschichten von Stars und Sternchen. Denn die Storys sind viel zu schlecht, um sie außen vor zu lassen. Auf dem Cover: Wie bei meinem letzten Kauf Selena Gomez, dazu Miley Cyrus und Justin Bieber. Es scheint für die BRAVO verkaufsfördernd zu sein, mit Geschichten über diese international gefeierten Kinder- und Teeniestars auf dem Heftcover für den Kauf zu werben.

Der Titel lautet diesmal zu einem angeblichen „MEGA-BEEF“ zwischen „Miley“ und „Sel“ (Abkürzungen sind cool und suggerieren, dass die BRAVO-Redaktion die Personen wirklich kennen würde, über die sie Geschichten schreibt): „Miley, du Bitch“. Die zweite Schlagzeile auf dem Titel betrifft Justin Bieber: „Liebes-Sensation- So süß verkuppelt er seine Mum.“

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DVD-Kritik: Die fetten Jahre sind vorbei

Bei „Die fetten Jahre sind vorbei“ handelt es sich um einen Film, der thematisch sehr gut zu wirtschafteinfach passt.

Im Film geht es um die Sinnsuche der drei Mittzwanziger Jan, Jule und Peter und um die Frage, ob der Kapitalismus gerecht ist. Jan und Peter, überzeugend gespielt von Daniel Brühl und Stipe Erceg, brechen in luxuriöse Villen reicher Menschen ein, ohne Gegenstände zu stehlen.

Stattdessen verrücken sie in den Häusern Möbel und allerlei Gegenstände und hinterlassen die Botschaft „Die fetten Jahre sind vorbei“ oder „Sie haben zu viel Geld – Die Erziehungsberechtigten“. Sie möchten die reichen Bürger der Gesellschaft nachhaltig verunsichern.

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