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Meine Erfahrungen mit dem Postbus

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Grundsätzlich lehne ich es ab, umsonst Werbung für ein Unternehmen zu machen. Doch bei all dem Gemeckere und Gesudere, all der Kritik an Staatsfernsehen und Nachrichtenportalen, möchte ich endlich einmal über einige positive Erfahrungen berichten.

Fernbusse wie der Postbus ermöglichen es Reisenden, für wenig Geld in eine der größeren Städte zu kommen. Ich habe bislang drei Touren, insgesamt vier Fahrten, mit dem ADAC-Postbus unternommen. Was genau mir daran gefallen hat, erfahrt Ihr hier.

Meine Erlebnisse beziehen sich auf die Fahrten Duisburg- Bonn, Bonn- Düsseldorf und Bonn – Hannover und retour. Warum habe ich statt der Bahn den Bus ausprobiert? Bei meiner ersten Fahrt ging es um die Strecke von Duisburg nach Bonn. Mit der Bahn zahlt man für etwas über eine Stunde Zugfahrt 21,40 Euro, mit dem ostbus hingegen habe ich gerade einmal 7 Euro bezahlt. Das Manko des Postbus: Die Fahrt dauert mit zwei Stunden fast doppelt so lange.

Die erste Erfahrung war gleich recht positiv. Der Bus war nicht voll belegt, so dass ich zwei benachbarte Plätze für mich alleine hatte. Dieses Glück blieb mir auch bei meinen weiteren Fahrten treu, in wenig ausgelasteten Bussen viel Platz für mich beanspruchen zu können. Dadurch hatte ich auch nach und hinten viel Raum. Generell sind die Sitze nach vorne großzügig bemessen, wenn der Vordermann seinen Sitz nicht nach hinten ausfährt. Wenn dann auch noch kein Hintermann vorhanden ist, kann der eigene Sitz in eine eher zum Schlafen geeignete Position gebracht werden.

Überzeugt hat mich ebenso das Medienangebot an Bord. Der Fahrgast muss zwar sein eigenes Abspielgerät wie Notebook, Tablet oder Handy mitbringen, kann dann jedoch auf das kostenlose W-LAN zugreifen und aktuelle und gute Filme ruckelfrei ansehen. Bei meiner letzten Fahrt nach Hannover habe ich etwa eine zeitlang The Great Gatsby auf meinem Handy geschaut. Ebenfalls verfügbar waren beispielsweise Gravity und die Komödie 21 Jump Street. Diese aktuelle Filmauswahl bei den geringen Fahrpreisen finde ich top!

Auf dem Bus ist ebenfalls eine Toilette vorhanden. Ein Busfahrer sagte einmal durch, dass man auf keinen Fall auf dem Klo rauchen solle, da sonst erst ein Service-Fahrzeug anrücken müsse und sich die Weiterfahrt um mehrere Stunden verzögert. Raucher haben in der Regel jedoch bei vielen Zwischenstopps die Gelegenheit, eben eine Zigarette zu rauchen.

Die lange Fahrtzeit stört mich persönlich überhaupt nicht. Im Gegenteil: Ich mag das Gefühl, mich auf dem Weg zu befinden. Während an der Seite die Bäume an uns vorbeirauschen, kann ich sehr gut Gedanken entwickeln und zu Papier bringen. Deshalb gehört die An- und Abreise für mich noch zum Urlaub dazu!

Bei längeren Fahrten mit der Bahn stellt sich bei mir oft ebenso ein wohliges Gefühl ein. Doch Bahnfahren ist in der Regel viel, viel teurer als Busfahren. Vor allem bei kurzfristigen Fahrten über große Distanzen verlangt die Bahn unfassbar hohe Preise. Kleines Beispiel: Ich möchte morgen, am 13.06.2015, nach München fahren. Mit dem Postbus zahle ich schlanke 23,50 Euro bei neun Stunden Fahrtzeit. Mit der Bahn dagegen im „Sparangebot“ 85 Euro, Fahrtzeit 5:51 Stunden.

Natürlich hat auch die Bahn immer wieder günstige Angebote, etwa die begehrten LIDL-Tickets, so dass Bahnfahren ebenfalls günstig sein kann. Grundsätzlich sind die Fernbusse jedoch deutlich günstiger als der Konkurrent auf Schienen. Ich vermute, dass die Postbus-Konkurrenten wie Flixbus ein ähnlich gutes Angebot wie der gelbe Postbus anbieten.

Wenn ich also bei einem Fahrtziel die Wahl zwischen Bus und Bahn habe, dann muss ich mir folgende Frage beantworten: Wieviel Geld ist es mir wert, mit der Bahn früher mein Ziel zu erreichen?

photo credit: Rt 41 at Convention Place Station via photopin (license)

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Autor: Alltagsoekonom

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2 Kommentare

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  2. Guten Morgen, vielen Dank für Deinen Beitrag. Das bekräftigt mich immer mehr, die Bahn nur noch in Ausnahmefällen zu nutzen. Echt unverschämte Preise werden dort verlangt! Längere Fahrten, für weniger als die Hälfte der Kosten, nehme ich gerne in Kauf.

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