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Umweltverschmutzung und zwei Lösungen des Problems

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Wenn ein Unternehmen ein Gut herstellt und bei der Produktion Giftstoffe in die Atmosphäre bläst, dann berücksichtigt es ohne Regulierung diese Emissionen meist nicht als gesellschaftliche Kosten. Zwei Vorschläge, wie man die Unternehmen zur Berücksichtigung dieser Kosten bringen kann.

Die hier beschriebene Problematik weist eine Parallele zur vorangegangenen Analyse des Problems der Überfischung auf: Wieder berücksichtigen Unternehmen nicht die Auswirkungen des eigenen Handelns auf andere Gruppen. Beim Thema Umweltverschmutzung in der Industrie sind jedoch andere Mechanismen erfolgsvesprechend.

Emissionen zählen aus Sicht der Gesellschaft zu den Kosten, denn die meisten Menschen legen Wert auf eine saubere Luft und Lebenswelt. Wiederum berücksichtigt also das Unternehmen bei der Produktion nicht alle gesellschftlich relevanten Kosten. In diesem Fall werden die Kosten der Umweltverschmutzung nicht berücksichtigt, während Überfischung dadurch entsteht, dass einzelne Unternehmen die Kosten für Unternehmen und Konsumenten durch Überfischung nicht berücksichtigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Wie kann das Unternehmen dazu gebracht werden, diese Kosten der Schadstoffemissionen zu internalisieren (d.h. diese Kosten bei eigenen Handlungen zu berücksichtigen)?

Im Wesentlichen gibt es zwei Möglichkeiten:

1) Unternehmen zahlen eine Steuer auf die eigenen Emissionen, eine sogenannte Pigou-Steuer. Dadurch erhöht sich der Preis für die durch Schaddstoffausstoß hergestellten Güter und die verkaufte Menge des Produkts sinkt. Der Staat kann also durch die Höhe der Steuer indirekt festlegen, in welchem Umfang Emissionen reduziert werden sollen.

2) Der Staat führt einen Handel mit Emissionszertifikaten ein. Dieser Emissionshandel ist bereits in der Realität eingeführt. Der Vorteil im Vergleich zur Pigou-Steuer liegt darin, dass durch die Anzahl der Zertifikate genau festgelegt ist, wieviele Schadstoffe insgesamt maximal emittiert werden sollen.

So können Emissionszertifikate, etwa CO2-Zertifikate, an der Börse gehandelt werden. An der Börse können Besitzer dieser ,,Ausstoßlizenzen“  nicht benötigte oder weniger,,rentable“ Zertifikate oder an andere Unternehmen verkaufen. Mit weniger rentabel ist gemeint, dass andere Unternehmen durch die Produktion mittels CO2-Ausstoß mehr Profit generieren und es aus Sicht der Zertifikateinhaber Sinn macht, diese am Markt zu verkaufen.

Beide Steuern führen, neben der Reduzierung der Emissionen, dazu, dass weiterhin die effizientesten, d.h. kostengünstigsten Unternehmen die Produkte herstellen. Außerdem kann der Staat zusätzliche Einnahmen realisieren.

Es bleibt also festzuhalten, dass sowohl beim Problem der Überfischung, als auch bei der Emissionsproblematik Firmen nur ihre eigenen, und nicht die gesamten gesellschaftlichen Kosten berücksichtigen. Damit diese Kosten internalisiert werden, eignen sich bei der Problematik Steuern oder Emissionszertifikate dazu, den Schadstoffausstoß von Industrieunternehmen auf das gewünschte Niveau zu verringern.

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Autor: Alltagsoekonom

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Ein Kommentar

  1. Die Pigou-Steuer ist ein sehr interessantes Instrument, welches du ruhig noch ausführlicher erklären könntest. Im Endeffekt geht es gar nicht darum, die Produkte teurer zu machen, sondern die Unternehmen zu zwingen, die gesamten Produktionskosten für ihr Produkt (und dazu gehören eben auch die Kosten für die Umweltverschmutzung) in den Preis mit einzubeziehen. Das so eingenommene Geld kann dann genutzt werden, um die entstandenen Schäden zu beseitigen (was, wie man unseren Staat kennt, eher nicht passiert).
    In jedem Fall zwingt eine korrekte Pigou-Steuer den Konsumenten, den „echten“ Preis für ein Produkt zu bezahlen – und nicht den durch die gesellschaft durch die Hinnahme von Umweltschäden subventionierten Preis.

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