Wirtschaft einfach leben

Im Test: Kino News und King Magazine

| 2 Kommentare

Ich habe mir einmal die beiden Gratis-Magazine „Kino News“ von Mc Donald’s und „King Magazine“ von Burger King mitgenommen und teste diese auf Herz und Nieren. Ich unterziehe sie einem objektiven und ausgewogenen Test, möchte ich betonen. Das ist heutzutage keine Selbstverständlichkeit.

Beide Magazine besprechen vor allem aktuelle Kinofilme und DVDs, aber auch Videospiele und Musikalben werden getestet. Wobei Test im Zusammenhang mit beiden Blättern ein starkes Wort ist…

Wir starten mit dem King Magazine: Der erste große Filmbericht handelt von „Die Tribute von Panem – Catching Fire“, der Fortsetzung des ersten Panem-Films, der mir recht gut gefallen hat. Die Redaktion des King Magazines ist jedenfalls vom zweiten Teil begeistert: Von einer wie im ersten Teil „faszinierenden Mischung“ und einem „brillianten Ensemble“ (gemeint sind die Schauspieler) ist die Rede. Angesichts ebenso guter Wertungen von Filmportalen könnte man an dieser Stelle denken, dass es sich um bemüht ehrliche Filmkritiken im Gratisheft von Burger King handelt.

Dann folgt eine Rezension zu „Fack Ju Göhte“, der über den grünen Klee gelobt wird. Der Beitrag endet mit dem Satz „Eine witzigere Zwerchfellattacke als „Fack Ju Göhte“ wird es dieses Jahr nicht geben“. Und tatsächlich: Auch beim Filmportal filmstarts.de vergeben die User überdurchschnittliche 3,6 von 5 Punkten als Mittelwert.

Weiter gehts mit Escape Plan, dem „hochspannenden Actionknaller, auf den Genrefans sehnsüchtig gewartet haben“. Die Filmstarts.de-Redaktion und acht Zuschauer sehen das anders: Magere 2 bzw. 2,2 von 5 Punkten geben sie dem Film. Fairerweise sei dazugesagt, dass im weitaus größeren Filmverzeichnis Imdb (Internet movie database) die Kinogänger ordentliche 7,2 von 10 vergeben. Ebenso toll soll laut King Magazine der Streifen „Vive la france – gesprengt wird später“ sein. Das sieht das Publikum bei imdb anders und bewertet den „Komödienspaß“, der „Lachmuskelkater garantiert“ mit schwachen 5,5 von 10 Punkten. Auch „You’re next“ muss man laut der Burger-Redaktion unbedingt gesehen haben – Unterdurchschnittliche 6,8 von 10 bei imdb sprechen dagegen.

Im hinteren Teil des Heftes werden zwei Videospiele besprochen: „Deadfall Adventures“ wird als „spannender und unterhaltsamer Überraschungshit“ angepriesen, was der Wertung von PC Games (61 von 100 Prozent) widerspricht. Das vom Burger-King-Magazin ebenso hochgelobte „Rayman Legends“ scheint tatsächlich ein Hit zu sein.

Kurz vor dem Ende werden dann noch ein paar Musikalben besprochen, wobei in diesem Bereich die Kritiken weniger euphorisch ausfallen, aber ein kritisches Wort ist in diesem Bereich wie im Rest des Hefts nicht zu vernehmen.

Ich komme zu dem Schluss: Die Redaktion dieses Heftes scheint in einer rosaroten Blase zu leben und die ganze Welt umarmen zu können. Wenn man so eine Weltsicht hat, dann fällt einem manches leichter: Dann braucht man etwa nicht mehr umständlich zu schauen, welcher Kinofilm einen anspricht, sondern man sieht sich einfach irgendeinen an, oder gleich ALLE!

Kino Welt von Mc Donald’s ist dasselbe wie das King Magazine in Grün. Hier werden fast genau die gleichen Filmtitel in den höchsten Tönen gelobt. Zusätzlich hat sich die Kino Welt den Film „Getaway“ mit Ethan Hawke und Selena Gomez angesehen – und ist überraschenderweise auch von diesem begeistert. So „beweisen die beiden Hauptdarsteller, wie generationsübergreifende Schauspielchemie aussehen muss“. Die Wertung bei imdb spricht eine andere Sprache: Mit blamablen 4.0 von 10 wird dort der Streifen abgestraft.

Im Mittelteil des Heftes findet der Leser einen Test der neuen Xbox One, die selbstverständlich das Beste vom Besten darstellt. Außerdem in der Kino Welt zu lesen: Positive Berichte zu tatsächlich positiven Spielen wie „Assassin’s Creed 3“ und „Call of Duty: Ghosts“ und Filmkritiken zu DVD-Titeln.

Auch für die Kino Welt gilt also: Alles Getestete ist super. Es gibt nichts Schlechtes an den aktuellen Kinofilmen, Konsolen und Videospielen auszusetzen. Die Kino Welt Redakteure müsste man als Freunde  haben: An Nichts haben die etwas auszusetzen. Wer sogar „Getaway“ gelungen findet, den kann man auch mal nachts mit nichtigem Anliegen aus dem Bett schellen!

Mal im Ernst: Die Idee ist wohl die folgende: Leute kommen zu Mc Donald’s und Burger King und manch einer der Kunden möchte beim Essen etwas lesen, hat sich aber dummerweise keine Zeitung mitgebracht. Deshalb bieten ihm eben die Fast-Food-Ketten die optimale Ergänzung zu ihrem Essen für den Lesebereich an: Fast-Read könnte man diese „Magazine“ nennen, die mit redaktionellem Touch daherkommen, in Wahrheit jedoch Werbebroschüren sind.

photo credit: Thomas Hawk via photopin cc

[Gesamt:0    Durchschnitt: 0/5]

Autor: Alltagsoekonom

Der Volkswirt schreibt hier über persönliche und ökonomische Lebensführung, über Gerechtigkeit und über Gesellschafts- und Kartenspiele. Er freut sich immer über Kommentare, Feedback und Kooperationsgesuche. Sehr gerne über das Kontaktformular dieser Seite oder per Mail. Ansonsten ist der gute Herr auch bei google+ zu erreichen.

2 Kommentare

  1. Hallo,

    wollte nur kurz mitteilen, dass ich deinen Blog super interessant finde und ich schon sehr lange deine Artikel verfolge. Bitte mach weiter so!! 🙂

    Meistens drucke ich mir die Artikel immer aus, und lese die dann unterwegs.

  2. Hallo Igor,

    ich freue mich sehr über dein Lob, Vielen Dank!

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.