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Reise in die liberalen Niederlande – das läuft anders als hier

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Vor kurzem fuhr ich für ein verlängertes Wochenende mit dem Zug nach Rotterdam ins Land der blühenden Tulpenfelder. Meine erste mehrtägige Reise in die Niederlande. Dieses Land unterscheidet sich doch in vielerlei Hinsicht, nicht nur was den dort geduldeten Verkauf von Gras betrifft, von  von den deutschen Gepflogenheiten.

Einzelheiten gibt’s in diesem Beitrag.

Zunächst einmal sehr schön, nachdem ich in Venlo in einen niederländischen Intercity eingestiegen war: Die Züge in den Niederlanden und ebenso der gesamte Nahverkehr, bestehend aus Bussen,  U- und S-Bahnen verfügen allesamt über frei verfügbares WLAN. Angekommen in Rotterdam fiel mir auf, dass sich auf dem Bahnhofsgelände keine Obdachlosen oder sonstige heruntergekommene Gestalten umherbewegten. Der Hauptgrund ist der, dass man schon am Eingang der Bahnhöfe eine Schranke passieren muss, die sich nur durch den Kontakt mit einem Ticket öffnet. Deshalb ist dann auch der Bahnhofsbereich angenehm aufgeräumt. Auch beim Hinausgehen muss man sein Ticket an einen Scanner halten, um die Schranke zu passieren.

Auch in den Supermärkten und Drogeriefilialen sind mir deutliche Unterschiede zu Deutschland aufgefallen. In der Drogerie beispielsweise war es mir nicht möglich, eine Waschcreme fürs Gesicht zu finden. Für Frauen hingegen gab es Produkte von allen möglichen Markenherstellern. Artikel wie Shampoo, Süßwaren aller Art oder auch Pizzen findet man in den Niederländen viel mehr in Großpackungen als bei uns. Teilweise wird dann jedoch mit skurrilen Sonderaktionen geworben, beispielsweise gab es zwei Viererpackungen Magnum-Eis zum Preis von einer. Angeblicher Preis von einer Packung mit vier Eis: 5,29 Euro! Für das Geld kann ich mein Eis ja gleich einzeln am Kiosk kaufen. Im Sonderangebot ergibt sich dann ein für deutsche Verhältnisse immer noch nur leicht vergünstigter Preis von 2,69 für eine Viererbox.

Oft waren diese Vorratspackungen jedoch relativ günstig. Vier Einzelpackungen Mentos für 80 Cent finde ich spitze. Im Rotterdamer Aldi gab es übrigens Red Bull für 99 Cent – und das Preisschild war nicht rot eingefärbt, so dass es für mich nach einem regulären Preis aussah. Für Menschen, die häufiger von (Kopf-)Schmerzen geplagt sind, richtig toll: Im Aldi bekommt man sowohl Paracetamol als auch Ibuprofen fast hinterhergeschmissen. Eine Packung kostete hier nur 39 bzw. 59 Cent. In Deutschland sind diese Medikamente nur in der Apotheke erhältlich und dann um ein vielfaches teurer. Da sieht man mal, zu welchen Preisen Pharmakonzerne ihre Produkte eigentlich anbieten könnten, doch in Deutschland veräußern diese Unternehmen ihre Arzneien zu Spitzenpreisen. Ziemlich teuer waren im Vergleich zu Deutschland Kosmetika wie Deodorants oder Shampoos.

Die Niederlande sind ein sehr liberales Land, nicht nur was den Verkauf von Kopfschmerztabletten im Supermarkt angeht. An vielen Ecken findet man die berühmt berüchtigten Coffeeshops, von denen mehrere an eine Bankfiliale erinnerten. Sehr steril und sparsam eingerichtet wurden Gras und fertig gedrehte Joints an einer Art Bankschalter hinter Panzerglas angeboten. Sicherheitsstufe I.

Kiffer prägen das Stadtbild übrigens kaum. In der Nähe der Coffeeshops rauchen immer mal Bob-Marley-Lookalikes ihre Joints und an öffentlichen Plätzen weht schonmal der süßliche Marihuana-Geruch herüber, aber sonst ist alles sehr gesittet. Wer also gedacht hatte, dass Bus und Bahn nur im Schneckentempo unterwegs sind, weil sich die Fahrer am Steuer einen dampfen, der irrt sich.

Eine Fastfoodkette bietet übrigens Burger, Frikandeln und andere Snacks in kleinen Automatenfächern an. Während man Pommes nach wie vor beim Personal bestellt, werfen hungrige Reisende ihr Kleingeld in einen Automaten direkt neben dem Pommestresen, worauf sich die entsprechende Futterluke öffnet. Ob sich solch ein Modell auch in Deutschland durchsetzen wird? Vielleicht ist den Deutschen der persönliche Kontakt beim Bestellen dann doch wichtiger als den Niederländern?

Und sonst so? Rotterdam verfügt über einen der größten Häfen der Welt. Eine Hafenrundfahrt ist durchaus beeindruckend, wobei ich mir mehr Informationen zum Güterhandel gewünscht hätte. An Land dominieren eher neuere Glasbauten, die jedoch meist ansprechend gestaltet sind, das Stadtbild.

photo credit: CIMG3213 via photopin (license)

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Autor: Alltagsoekonom

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