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Als Fahrer bei Hermes – Meine Erfahrungen (1)

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Vor einigen Jahren habe ich für einige Tage beim lokalen Subunternehmer von Hermes als Paketbote gearbeitet. Hermes warin den letzten Jahren mehrere Male negativ in den Schlagzeilen. Meine Erfahrungen können diese Berichte leider nur bestätigen.

Viele werden vermutlich schon mal etwas zu dem Thema gehört haben, denn mittlerweile gibt es schon einige Fernsehreportagen zu Paketdiensten wie GLS, Hermes, oder auch der Deutschen Post (siehe mein letzter Beitrag). Ich habe meine Geschichte zum Hermes-Paketdienst aufgrund des großen Umfangs in zwei Teile unterteilt. Dieser erste Teil handelt von meiner Anlernphase. Damit meine ich die Zeit von der Kontaktaufnahme zu meinem Arbeitgeber bis hin zur Mitfahrt bei einem anderen Paketboten. Im zweiten Teil schildere ich dann die Erfahrungen, die ich als eigenständiger Fahrer gemacht habe

Hier ist meine eigene Geschichte zum Paketdienst Hermes:

Auf der Suche nach einem Nebenjob entdeckte ich Ende 2010 in der Tageszeitung eine Anzeige, die in dieser Zeit öfter in der Zeitung zu lesen war: ,,Suchen Fahrer mit eigenem PKW!“ Ich habe angerufen, und einige Tage später hatte ich einen Termin.

Der hiesige Hermes-Subunternehmer (zum Thema Subunternehmer später mehr) befindet sich in einem Wohngebiet. Ich klingelte also an einem Wohnhaus und wurde hereingebeten. Man erklärte mir kurz den Ablauf: Es gibt 50 Cent pro Paket und 20 Cent pro Katalog. Pakete muss man persönlich abgeben, Kataloge kann man auch ohne Unterschrift eines Empfängers bei diesem hinterlassen.

Sofort wurde ich durch vollmundige Versprechen gelockt. Der Chef versprach mir, man könne locker 8-9 Euro in der Stunde verdienen und schlug mir vor, erst einmal zur Probe bei einem anderen Auslieferungsfahrer mitzufahren.

Das Ganze läuft so ab: Mit einem großen Transporter werden die Pakete für ein bestimmtes Gebiet zu einem Verteilerpunkt, in diesem Falle dem Wohnhaus mitten im Wohngebiet, gebracht. Dort treffen sich dann am Morgen die Auslieferungsfahrer und laden die Pakete in ihre Autos um. Jeder Fahrer hat einen bestimmten Bezirk, in dem er die Pakete ausliefert.

Hermes Fahrer PaketIch fuhr also bei einem anderen Fahrer, nennen wir ihn Peter, mit. Peter wurde mir vom Chef als ein sehr schneller Fahrer vorgestellt. So fragte ich Peter dann auch, wie viel Geld er denn mit seinem Job verdient. Er sagte nur: ,,Ich hab Ende des Monats immer genug Geld in der Tasche.“ So machten Peter und ich uns auf den Weg. Peter kannte seinen Bezirk sehr gut, er fuhr oft sogar mit dem Auto einfach bis kurz vor die Haustür und warf einen Katalog aus dem Auto. Dennoch gab es bei Paketzustellung Adressaten, die nicht zu Hause waren, wobei auch einige Nachbarn nicht vorzufinden waren. In diesem Falle dauert es einfach ewig lange, bis man sein Paket losgeworden ist, an dem man 50 Cent verdient. Wenn man keinen Nachbarn zum Abgeben eines Paketes findet, muss man dieses sogar wieder mitnehmen und verdient nichts.

Ein schneller Hermes-Fahrer und sein Stundenlohn

An diesem Wochentag waren wir einige Stunden unterwegs. Ich weiß noch genau, wie ich einen Stundenlohn von 7,50 Euro errechnete. Dabei war die Zeit, die Peter mit Beladen des PKWs verbrachte, mit eingerechnet, jedoch weder Benzin noch die Abnutzung des Autos berücksichtigt. Und das also bei einem schnellen Fahrer- und er war wirklich schnell, das sollte ich hinterher noch an eigenem Leib erfahren. Bei Berücksichtigung aller Kosten dürfte er knapp über 5 Euro verdient haben.

Von einem anderen Fahrer erfuhr ich an einem späteren Tag, dass er zum Chef gegangen war und geklagt hatte, dass sich die Auslieferung mit eigenem PKW nicht rechne. Er bekam darauf ein Auto gestellt und behielt den gleichen Lohn von 50 Cent pro Paket bzw. 20 Cent pro Katalog bei. Eine große Ungerechtigkeit gegenüber den Leuten, die im eigenen PKW mit eigenem Sprit unterwegs sind. Ich habe probehalber auch mal gesagt, dass sich der Job für mich mit dem PKW nicht lohnt, wobei auch mir in Aussicht gestellt wurde, ein Firmenfahrzeug benutzen zu dürfen, wenn ich entsprechend viele Pakete ausliefern würde.

Neben den schlecht bezahlten Fahrern hatten auch die Nachbarn des Hermes-Subunternehmers über den Paketdienst zu klagen. Da sich das Depot des Subunternehmers nämlich wie beschrieben in einem Wohngebiet befand, klagten Nachbarn über die Paketboten, weil diese Wege und Einfahrten bei ihrer Be- und Entladetätigkeit blockierten.

In der Fortsetzung dieser zweiteiligen Reihe geht es um meine Erfahrungen auf Achse, alleine auf mich gestellt. Ein Mann und sein Auto ;).

 

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Autor: Alltagsoekonom

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5 Kommentare

  1. 50 cent pro paket ist ja noch gut, wir haben 35 pro paket bekommen..

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  2. 8 Uhr Morgens bis 8 Uhr Abends. Beladen , fahren , zustellen , Stress abschieben und wieder zurück für 40 Ct. pro Paket.. im durchschnitt um 4-5€ die Stunde.. 10-12 Stunden am Tag arbeiten + Samstag für nicht mal 800€ im Monat. Hermes , nie wieder!!!

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  3. KEIN WUNDER FEHLEN STÄNDIG PAKETE ODER KOMMEN NICHT AN ..

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  4. Hallo Alltagsoekonom,
    Anfang des Jahres habe ich im Internet eine Übersicht über die vier verschiedenen Verdienstmodelle beim Hermesversand gesehen – ich dachte, es war im Zusammenhang mit Ihrem Artikel gewesen, aber jetzt finde ich nichts mehr. Haben Sie etwas Ähnliches oder wissen Sie, unter welchem Stichwort ich suchen muss? Es ist relativ dringend: eine Bekannte, die für Hermes fährt, hat angeboten bekommen, sich mit eigenem PKW (den sie erst noch kaufen müsste) selbständig zu machen und findet die Idee attraktiv, weil sie mehr Freiheiten hat, aber ich kann mir nicht vorstellen, dass sich das rechnet… und ich befürchte, dass ihr nicht alles gesagt wurde, was das beinhaltet, bzw. sie wegen mangelnder Deutschkenntnisse nicht alles verstanden hat…

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    • Hallo Herr Schmidt,

      tut mir leid, bei diesem Anliegen kann ich Ihnen auch nicht weiterhelfen, weil ich diese Informationen nie vorliegen hatte. Wenn vorhanden sollten diese direkt auf der Hermes-Seite abrufbar sein.

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