Wirtschaft einfach leben

Die Vorzüge eines einfachen Lebens ohne Luxus

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Was, wenn wir Menschen all diese Gegenstände gar nicht wirklich brauchen, die wir kaufen? Brauche ich eine fette Karre von einem renommierten Hersteller wie BMW oder Mercedes? Brauche ich alle zwei Jahre das neueste Handy für 600 Euro? Ist es notwendig, mir ein Tablet anzuschaffen, obwohl ich bereits über Notebook und Smartphone verfüge? Brauche ich den neuen Ultra-HD-Fernseher für 2000 Euro?

Ich lebe ohne all diese Luxusgegenstände. Einerseits kann ich mir diese teuren Sachen überhaupt nicht leisten, andererseits habe ich kein richtiges Verlangen danach. Wie hat schon der ansonsten unsympathische Richard David Precht in seinem Buch „Wer bin ich und wenn ja, wie viele?“ treffend analysiert: Kaufen macht kurzfristig glücklich, besitzen jedoch nicht. Wir Menschen unterliegen jedoch leicht dem Irrglauben, dass solche Gegenstände auf Dauer zu einer größeren Lebenszufriedenheit beitragen.

Es geht noch nicht einmal nur um die großen Gegenstände des Lebens, wenn ich mir bewusst mache, was ich wirklich brauche: Ebenso stellt sich die Frage, ob ich das zwölfte paar Schuhe brauche oder ein neues Waffeleisen, das ich einmal im Jahr benutze.

Ich möchte die These, dass Gegenstände auf Dauer nicht glücklich machen, an einem Beispiel verdeutlichen: Ich wohne derzeit zur Untermiete in einem möblierten Studentenappartment. Mein Vermieter hat mir einen ziemlich großen Fernseher zur Nutzung überlassen, während ich vorher nur einen relativ kleinen zur Verfügung hatte. Erst dachte ich: „Wow, so ein großer Fernseher. Da macht das Fernsehen bestimmt ganz viel Spaß mit.“

Jetzt, nach einigen Wochen denke ich: „Der Fernseher ist ja ganz nett, aber das Fernsehprogramm wird dadurch auch nicht gut.“ Ich habe mich an den neuen Lebensstandard gewöhnt und fühle mich dadurch auch nicht besser.

Paris Hilton weiß ein einfaches Brot vermutlich nicht (mehr) zu schätzen

Die Frage, die ich mir jedesmal stellen sollte vor Anschaffungen wie einem großen Fernseher, lautet: Macht es mich langfristig glücklicher, wenn ich mich an das höhere Niveau an Komfort in meinem Leben gewöhnt habe? Nehmen wir ein Extrembeispiel: Glaubt ihr, dass eine Paris Hilton, die in Saus und Braus ein aus materieller Sicht komfortables Leben führt, dadurch extrem glücklich ist? Zeugt es nicht eher von großer Schwäche und dadurch großer Unzufriedenheit, wenn man nicht mehr damit zufrieden ist, zum Abendessen ein Stück Brot mit Käse zu essen?

Auf diese Gedanken bin ich nicht alleine gekommen. Es gibt da einen tollen Blog im Internet, der sich Mr. Money Mustache nennt. Dieser handelt davon, dass man als Berufstätiger mehr als 50 Prozent seines Gehalts spart, um schon lange vor dem Rentenalter finanziell unabhängig zu sein. Diese finanzielle Unabhängigkeit erlaubt es einem, seinen Angestelltenjob zu kündigen und genau das zu machen, was man schon immer tun wollte.

Es geht in diesem Blog darum, dass man sein Geld nicht für irgendwelche Luxusgegenstände zum Fenster rauswirft, sondern dass man sich mit dem Geld kauft, was im Leben wohl am wertvollsten ist: Zeit.

photo credit: Chesi – Fotos CC via photopin cc

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Autor: Alltagsoekonom

Der Volkswirt schreibt hier über persönliche und ökonomische Lebensführung, über Gerechtigkeit und über Gesellschafts- und Kartenspiele. Er freut sich immer über Kommentare, Feedback und Kooperationsgesuche. Sehr gerne über das Kontaktformular dieser Seite oder per Mail. Ansonsten ist der gute Herr auch bei google+ zu erreichen.

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