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Geldanlage in Anleihen — Was ist das? Wie funktioniert das?

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Neben Aktien, Immobilien und dem sicheren Tagesgeld sind Anleihen eine beliebte Form der Geldanlage. Dieser Beitrag behandelt die Frage, was eine Anleihe eigentlich ist und wie diese Anlageklasse funktioniert.

Wenn ich Geld habe und aus diesem Geld mehr machen möchte, dann habe ich verschiedene Möglichkeiten. Ich kann mein Geld auf ein Tages- oder Festgeldkonto bei der Bank legen und erhalte dafür derzeit nicht viel mehr als ein Prozent Zinsen. Vorteil allerdings: Ich bin vor einem nominalen Kapitalverlust geschützt. Aktienfonds bieten dem Anleger die Eigentümerschaft an einem Unternehmen. Mit dem hohen Risiko des Unternehmertums gehen die guten Renditemöglichkeiten einher (weitere Infos in meinen Beitrag: Was ist eine Aktie und wie entstehen Kurse) Vereinfacht gesagt offerieren Immobilien ( mein Beitrag zur Anlageform Immobilien) , ähnlich wie Aktien, gute Chancen auf Erträge, allerdings besteht die Gefahr, dass meine Betonbauten an Wert verlieren.

Anleihen: Geld direkt an Staaten und Unternehmen verleihen

Anleihe Grafik

Der Anleger investiert zum Laufzeitbeginn 1000 Euro. Er erhält zum Ende jedes Jahres die Zinszahlung in Höhe von acht Prozent sowie eine Rückzahlung seiner Investitition zum Laufzeitende.

Anleihen stellen eine weitere interessante Geldanlagemöglichkeit dar. Diese bieten für Unternehmen die Möglichkeit, sich ohne die Banken als Zwischenhändler am Kapitalmarkt Geld zu beschaffen. Dazu leihen institutionelle Geldanleger (beispielsweise Fondsmanager) oder Privatanleger dem Unternehmen Geld. Dafür erhalten Investoren eine jährliche Zinszahlung sowie eine Rückzahlung des Leihbetrags zum Laufzeitende. Hier sei noch einmal darauf hingewiesen, dass bei einem klassischen Kreditgeschäft der Sparer sein Geld auf sein Konto anzahlt und die Bank dieses Guthaben teilweise an Unternehmen als Kredite weitergibt.

Anleihen zählen aus Unternehmenssicht zu Fremdkapital, sie leihen sich Geld direkt von den Anlegern. Dies ist für Anleger wichtig, weil Fremdkapital im Falle einer Unternehmenspleite vor dem Eigenkapital bedient wird. Anleihezeichner bekommen also eher ihre Investition zurück als die Inhaber der Unternehmensaktie.

Wer gibt in Deutschland Anleihen aus?  Da wäre zunächst einmal Staaten. Wer sich derzeit entscheidet dem Deutschen Staat für 10 Jahre sein Geld zu leihen, der erhält für sein Geld jedes Jahr magere 0,57 Prozent Zinsen. Grund für die magere Rendite: Eine deutsche Staatspleite und der damit einhergehende Verlust des angelegten Geldes ist extrem unwahrscheinlich.

Anleihen werden ebenso von großen Unternehmen emittiert. An dieser Stelle sei noch einmal der bei jeder Anlageform geltende Zusammenhang zwischen Rendite und Risiko erklärt. Eine hohe erwartete Rendite geht in aller Regel mit einem hohen Risiko für den Anleger einher. Ein Beispiel: Großkonzerne wie VW geben Anleihen in vielen verschiedenen Ländern und damit Währungen aus.

Auch kleinere, mittelständische Unternehmen emittieren Anleihen. Ein Beispiel: Der Süßwarenhersteller Katjes beispielsweise hat eine Anleihe mit einer jährlichen Zinszahlung von 5,5 Prozent auf den gewährten Kreditbetrag am Markt platziert. Nach der Platzierung am Markt sind Anleihen wie in diesem Beispiel am Markt handelbar, so dass sich ein Kurs wie beim Aktienhandel bildet. Auf das Thema, wie sich Anleihekurse bilden, möchte ich in diesem Beitrag aus Komplexitätsgründen nicht näher eingehen.

Weil bei Anleihen mittelständischer Unternehmen in den meisten Fällen das Risiko eines Zahlungsausfalls für den Anleger größer ist als bei Großkonzernen, bieten Mittelständler in der Regel eine höhere Rendite, die für dieses Risiko entschädigen soll. Die Presseberichte der jüngeren Vergangenheit zu Mittelstandsanleihen sind eher kritisch. Max Otte von der Wirtschaftswoche sieht im Mittelstandsmarkt zu wenig Rendite für ein hohes Risiko, in dieselbe Richtung geht ein Zeitartikel. Deshalb sind Mittelstandsanleihen aus meiner Sicht nur für erfahrene Anleger geeignet.

Wichtig bei jeder Art von Geldanlage: Sich selbst informieren, grundlegende Zusammenhänge verstehen und durch eine Streuung des Geldanlagebetrags auf mehrere Anlageklassen und viele Unternehmen das Risiko von Verlusten verringern.

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Autor: Alltagsoekonom

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