Wirtschaft einfach leben

Die Medienmeute verfolgt Pep Guardiola…

| Keine Kommentare

…auf Schritt und Tritt. Welche Auswirkungen hat die allgemeine Medienhysterie auf die Arbeit des katalanischen Trainers beim deutschen Fussball-Rekordmeister? Und welche Rolle spielt in diesem Zusammenhang die Verpflichtung von Thiago Alcantara vom FC Barcelona?

Gestern gewann der FC Bayern unter Mitwirkung von Neugzugang Thiago mit 4:0 gegen den HSV bei einem Vorbereitungsturnier. In 60 Minuten wohlgemerkt. Um Trainer Guardiola ist in den letzten Tagen etwas Ruhe eingekehrt. Wenigstens N24 will dem entgegenwirken und schreibt einen belanglosen Artikel darüber, dass Guardiola dem zurückgetretenen Barca-Coach Vilanova viel Kraft bei dessen Krebsbehandlung wünscht.

Es war schon sensationell, was sich in den vergangenen Wochen beim FC Bayern abgespielt hat. Jeder Schritt des Trainers wurde begutachtet, eine Schar Journalisten hockte bei seinen ersten öffentlichen Trainingseinheiten auf der Stadiontribüne und ließen den Spanier nicht aus den Augen. Die Eindrücke wurden in Liveticker übertragen, die jedes große Nachrichtenportal auf seiner Internetseite anbot. Sogar Sponline war dabei. Das führte dann zwangsweise zur Schilderung von absoluten Belanglosigkeiten. Eine Übersicht über die lustigsten Einträge findet ihr hier.

Vor einigen Tagen äußerte sich Guardiola dann negativ gegenüber den Barcelona-Verantwortlichen, die die Krebserkrankung von Vilanova nutzen würden, um ihn öffentlich zu diskreditieren. Ich möchte nicht näher darauf eingehen, denn es ist belangloses Zeug, das von den Medien breitgetreten wird. Offensichtlich ist das Interesse der Menschen jedoch vorhanden, so dass Onlineportale und Zeitungen immer wieder neuen Lesestoff nachlegen.

Die Ausgangssituation für Gurdiola ist schwierig. Bayern München hat gerade eine großartige Saison beendet. 91 von 102 Punkte in der Meisterschaft sind ein herausragender Rekord, der noch lange Bestand haben wird. Ebenso spielte die Mannschaft unter Jupp Heynckes in der Champions League groß auf und schlug Barcelona mit insgesamt 7:0. Auch den DFB-Pokal konnte die Mannschaft nach einem 3:2 im Endspiel gegen den VFB Stuttgart nach München holen.

Und jetzt kommt auch noch Pep Guardiola, der von vielen Journalisten in Artikeln mit „weltbester Trainer“ tituliert wird. Wobei er bislang nur die große Mannschaft des FC Barcelona trainiert hat und dort die Mannschaft zur zeitweise besten der Welt formte. Mit einem revolutionären, auf Ballbesitz angelegten Spielsystem. Aber reicht das, um zum weltbesten Trainer zu werden? Ich habe da meine Zweifel. Bayern ist nicht Barcelona, die Spieler sind technisch nicht auf demselben Niveau wie Barca, aber immerhin verfügt das Spielfeld in der Allianz Arena über dieselben Maße wie das Camp Nou in Barcelona. Mit Thiago Alcantara kommt nun der Wunschspieler des Trainers. Das vergrößert den Druck auf Trainer Guardiola noch einmal.

Ich kann mir daher vorstellen, dass dieses von den Medien in den Himmel gehobene Projekt Guardiola frühzeitig scheitert. Der Mechanismus – Menschen erst in den höchsten Tönen zu loben und dann bei der ersten Krise in Grund und Boden zu schreiben – ist nicht nur im Sport bekannt (Christian Wulff). Daher wird es spannend sein, die Medienreaktionen und die darauf folgenden der Bayern-Bosse während der ersten sportlichen Krise zu beobachten. Dann, wenn nach 1-2 sieglosen Spielen die gesamte Arbeit von Guardiola in Frage gestellt wird.

[Gesamt:0    Durchschnitt: 0/5]

Autor: Alltagsoekonom

Der Volkswirt schreibt hier über persönliche und ökonomische Lebensführung, über Gerechtigkeit und über Gesellschafts- und Kartenspiele. Er freut sich immer über Kommentare, Feedback und Kooperationsgesuche. Sehr gerne über das Kontaktformular dieser Seite oder per Mail. Ansonsten ist der gute Herr auch bei google+ zu erreichen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.