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Sulzfeld Open 2018: Der Erfahrungsbericht

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Ich spiele gerne Schach. Wieder im Verein.

Und gerne mal Turniere. Gerade heute bin ich vom offenen Turnier in Sulzfeld zurückgekehrt. Sieben Partien Schach in vier Tagen habe ich hinter mich gebracht. Eine anstrengende, aber auch spannende Zeit habe ich dort verbracht.

Es ist immer ein Abenteuer, in eine neue Stadt zu kommen und sich dort der ehrgeizigen Konkurrenz zu stellen.

In Sulzfeld kam ich auf dem Reblandhof unter. Ein schönes Landhaus, auf dessen Gelände auch Wein hergestellt wird, in der Natur. Umgeben von diversen Feldern, an den Hängen wird Wein angebaut. Vielen Dank noch einmal an dieser Stelle an meine Gastgeber, die mir meinen Aufenthalt ungemein erleichterten, unter anderem auch durch das Verleihen eines Handyladekabels, das ich leider zuhause vergessen hatte.

Lange Spiele mit viel Spannung

Am Mittwoch reiste ich an, gleich am Donnerstag begann das Turnier mit einer Doppelrunde, also zwei Spielen. Benutzt werden bei Schachwettkämpfen spezielle Uhren, die die verbleibende Bedenkzeit für beide Spieler seperat ausweisen. In Sulzfeld spielten wir mit der üblichen Bedenkzeit – zwei  Stunden pro Spieler für 40 Züge und 30 Minuten für den Rest der Partie.

Ich war sehr angetan von meinen schachlichen Darbietungen. Gegen Spieler mit ähnlicher oder nominell niedrigerer Spielstärke (jeder Vereinsspieler besitzt eine Wertungszahl, die seine Stärke schätzt) konnte ich regelmäßig einen frühen Vorteil erspielen und danach Figuren abtauschen, so dass ich leicht zu kalkulierende und berechenbar gewonnene Endspiele erreichte.

Gegen auf dem Papier etwas stärkere Leute als ich entstanden enge, zäh umkämpfte Partien. Eine dieser Partien spielte ich Remis, eine andere verlor ich nach einer lange Zeit bestimmt besseren Stellung für mich gegen den späteren Turniersieger. Im letzten Spiel dann das Highlight gegen den nominell besten Spieler in diesem B-Turnier, das sich an die noch nicht ganz so starken Spieler richtet. Ich gewann nach elend langem Kampf. Alle anderen Partien waren bereits beendet und dementsprechend viele Leute standen um unser Brett herum und beobachteten das Spiel. Ich empfand Druck, zumal es für mich noch um einen Geldpreis ging.

Es war ein Auf und Ab, bei dem ich am Ende das bessere Ende für mich behielt. Da bin ich Stolz drauf, in dieser Drucksituation insgesamt einen kühlen Kopf bewahrt und am Ende das Spiel für mich entschieden zu haben.

Letztlich erreichte ich den vierten Platz und konnte damit sogar einen kleinen Gewinn mit nach Hause nehmen. Was für mich jedoch viel wertvoller war: Ich hatte in der letzten Zeit viel in mein Schachspiel investiert. Dazu spielte ich etliche offizielle Partien und analysierte diese hinterher mit Hilfe des Computers. Für Computer ist es ein leichtes, gröbere Fehler aufzudecken.

Insgesamt habe ich solides Schach gespielt. Ich merke, dass ich weniger grobe Fehler mache und ein besseres Gespür dafür bekomme, wie sich Stellungen entwickeln können. Meine Wertungszahl wird ein ordentliches Stück steigen. Weiterhin ist natürlich jede Menge Luft nach oben.

Turniere mit ähnlich starken Spielern machen Spaß

Früher dachte ich, reguläre Turniere, bei denen weniger erfahrene Spieler wie ich regelmäßig in den ersten Runden vom viel stärkeren Gegner zusammengefaltet werden, seien eine gute Wahl für mich. Schließlich könne man von den starken Spielern noch viel lernen, dachte ich.

Mittlerweile weiß ich jedoch, wie sehr es mich demotivieren kann, wenn sich keine spannende Partie entwickelt. Und wenn der Gegner zu stark ist, dann kann ich auch schwer nachvollziehen, was sich dieser bei seinen Zügen strategisch denkt. Offensichtliche Fehler bestrafen starke Spieler natürlich fast immer, aber um aus solchen Fehlern zu lernen, kann ich die Partien später auch in den Computer eingeben.

Richtig Bock machen Turniere, bei denen man möglichst viele Partien gegen ähnlich gute Leute spielt. Ich bin deshalb ein Fan von den Turnieren der DSAM oder B-Turnieren, bei denen nur noch nicht richtig starke Spieler teilnehmen dürfen.

Das Turnier in Sulzfeld war also eine sehr positive Erfahrung für mich. Zudem habe ich gelernt, sowohl bei An- und Abreise darauf zu achten, dass diese zu humanen Zeiten für mich erfolgt. Heute morgen um 6:30 Uhr aufzustehen war da, insbesondere nach den Anstrengungen der letzten Tage, schon eine Qual.

 

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Autor: Alltagsoekonom

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