Wirtschaft einfach leben

Über den Konflikt zwischen Managern und Eigentümern von Firmen

| Keine Kommentare

In meinem letzten Artikel ging es um den Gebrauchtwagenmarkt, und warum in manchen Bereichen des Marktes die Qualität der gehandelten Autos sehr gering ist. Einen der Gründe für dieses Ergebnis stellt die unterschiedliche Verteilung von Informationen zwischen Verkäufern und Käufern dar. Bei der Beziehung zwischen Managern und den Eigentümern von Unternehmen gibt es eine ähnliche Problematik.

Führungskräfte eines Unternehmens sind prinzipiell Angestellte, die einen Lohn für ihre Arbeit erhalten. Diese Manager kennen sich mit der Unternehmenssituation sehr gut aus (sollten sie zumindest, wenn sie ihre Arbeit ernst nehmen), d.h. sie wissen über die Ertragschancen und die Risiken einer Unternehmung sehr gut bescheid. Anders sieht es bei den Eigentümern aus. Bei einer Aktiengesellschaft sind diese Eigentümer die Personen, die Aktien besitzen. Diese beziehen ihre Informationen normalerweise aus Zeitungen oder anderen Medien. Die Medien wiederum erhalten ihre Informationen entweder vom Unternehmen direkt oder durch eigene Recherche. In jedem Fall kann man jedoch davon ausgehen, dass eine Führungskraft besser über den Zustand der Firma informiert ist als ein Aktionär.

Auf der einen Seite gibt es also wieder eine Partei, die mehr Informationen besitzt als die andere. In meinem Artikel zum Gebrauchtwagenmarkt kam jedoch implizit noch ein weiteres Markmal dieser Geschäftsbeziehung hinzu, das dafür sorgt, dass diese Informationsasymmetrien schädlich sind: Es bestehen Zielkonflikte zwischen Verkäufern und Käufern, denn jeder möchte ein möglichst gutes Geschäft machen. Der Verkäufer möchte einen möglichst hohen Preis erzielen, während der Käufer möglichst wenig Geld zahlen will.

Gibt es einen solchen Zielkonflikt auch zwischen Managern und Eigentümern einer Aktiengesellschaft? Aktionäre möchten in den meisten Fällen möglichst viel Geld verdienen. Dazu soll das Unternehmen in die Projekte Geld investieren, die die höchste Rendite versprechen. Manager können jedoch andere Interessen haben: So kann es für den Vorstand einer Aktiengesellschaft reizvoll sein, ein möglichst großes Unternehmensreich zu bauen. Oder aber eine Führungskraft hat ein Interesse daran, möglichst wenig produktiv zu arbeiten und stattdessen seine Untergebenen zu schikanieren.

Es gibt also auch bei der Beziehung zwischen Eigentümern und Managern sowohl Informationsasymmetrien, als auch Zielkonflikte, die ohne Gegenmaßnahmen dafür sorgen können, dass Manager nicht im Sinne ihrer Auftraggeber (Aktionäre) handeln.

Welche Möglichkeiten haben die Eigentümer, damit die Manager in ihrem Sinne handeln? Nach der klassischen Betriebswirtschaftslehre funktioniert dies nur über die richtigen monetären Anreize. Würde man Führungskräften nur ein fixes Jahresgehalt zahlen, dann hätte manch ein Manager einen Anreiz, es sich in seinem Sessel bequem zu machen. Daher enthält das Gehalt einer Führungskraft üblicherweise folgende Bestandteile:

  • fixe Basisentlohnung = fixe Entlohnung, damit die Person abgesichert ist
  • kurzfristige Prämie = Entlohnung auf der Basis jahresbezogener Ziele, z.B. nach der Höhe des Gewinns
  • Aktienoptionspläne = mittel- bis langfirstige Entlohnung. Manager erhalten das Recht, Aktien an einem bestimmten Tag zu erwerben. Diese kosten sie jedoch nur den Geldbetrag, den das Unternehmen zum Zeitpunkt der Optionsgewährung wert war. Dadurch können Manager von Kurssteigerungen finanziell profitieren.
  • Bonusbanksystem = langfristige Entlohnungsform. Dabei werden schlechte Ergebnisse und gute Ergebnisse miteinander verrechnet und auf ein positives Gesamtergebnis ein Bonus bezahlt, so dass ein Manager auch Risiken ausreichend berücksichtigt. Mit dieser Entlohnungsform versucht man auch der Problematik zu begegnen, dass Manager zu sehr auf den kurzfristigen Erfolg bedacht sind.

Durch die Entlohnung versucht man also sicherzustellen, dass Manager im Sinne der Aktionäre handeln. Die Entlohnung findet in einer Form statt, dass man versucht, den Managern einen Großteil des Gehalts abhängig von der Performance der Aktie zu bezahlen.

[Gesamt:4    Durchschnitt: 2/5]

Autor: Alltagsoekonom

Der Volkswirt schreibt hier über persönliche und ökonomische Lebensführung, über Gerechtigkeit und über Gesellschafts- und Kartenspiele. Er freut sich immer über Kommentare, Feedback und Kooperationsgesuche. Sehr gerne über das Kontaktformular dieser Seite oder per Mail. Ansonsten ist der gute Herr auch bei google+ zu erreichen.

Schreibe einen Kommentar

Pflichtfelder sind mit * markiert.