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Die mediale Verwertungskette der Promis

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Es ist noch nicht lange her, da war Miley Cyrus das süße Vorbild für kleine Mädchen. Bekannt wurde sie vor allem durch die Serie Hannah Montana, in der sie die Hauptrolle spielte. Sie war ein medial hochgejubeltes Mädchen, das ebenso in Deutschland vielen Menschen ein Begriff wurde.

Viele Jahre vorher gab es Britney Spears, wie Cyrus Amerikanerin. Britney Spears war DER Popstar meiner Jugend. Sie zierte die Titelseiten von Bravo und anderen Jugendmagazinen und endlosen Fernsehzeitschriften. Sie war wahnsinnig präsent im Musikfernsehen, dass damals nur aus VIVA und MTV bestand. Sie hatte, wie Miley Cyrus,  ein Sauberfrau-Image: Sehr hübsch und gleichzeitig wahnsinnig keusch und nett.

Die Parallelen zwischen Britney Spears und Miley Cyrus liegen nicht nur darin, dass sich beide zwischenzeitlich einen Großteil ihrer Haare abrasiert haben. Vielmehr rebellieren beide, so meine Vermutung, gegen die ständige mediale Beobachtung und die Erwartungshaltung, die ihnen auferlegt wird.

Wie sonst ist zu erklären, dass Miley Cyrus ständig mit irgendwelchen Skandalen in den Medien  auftaucht. Ich habe es nur am Rande mitbekommen, aber da gab es angeblich antisemitische Äußerungen und tagelang kursierten Bilder von ihrem Auftritt bei den Video Music Awards, als sie mit ausgestreckter Zunge und kurzen Haaren ihr knapp  bekleidetes Hinterteil an einem Tänzer reibt. Bilder, die für mich vor allem ausdrücken, wie wenig Lust sie hat, den Erwartungen der Medien gerecht zu werden. „Ihr könnt mich alle mal am Arsch lecken“ macht sie den Klatschjournalisten deutlich. „Ich breche absichtlich die Regeln, um nicht länger euer Sklave zu sein.“

Bei Britney Spears war es vielleicht eher so, dass sie dem Bild dem Erwartungsdruck der Öffentlichkeit einfach nicht mehr standhalten konnte und so psychische Probleme bekam. Die kahlgeschorene Britney war dann die Frau, die nach langem Kampf gegen dieses Mediensystem rebellierte. Mittlerweile ist es etwas ruhiger geworden um den US-Superstar. So weit ich dies mitbekommen habe, hat sie sich wieder gefangen.

Das System: In die Höhe schießen für einen heftigen Absturz

Die Medien sind diejenigen, die Menschen erst in den Himmel schreiben, auf die abgestürzten Höhenflieger dann jedoch gnadenlos eintreten. Wobei ebenfalls zu berücksichtigen ist, dass die Medien Stars möglichst hoch in die Luft schießen, also ihnen zunächst oft ein Saubermann Image verpassen, damit es umso spektakulärere Bilder und Storys vom Aufprall gibt.

Eine große Industrie lebt von Geschichten über Stars und Sternchen. An dieser Stelle sei noch einmal die Internetseite topfvollgold empfohlen, die die hanebüchenden Lügengeschichten der Klatschblätter entlarvt. Besonders gut gefallen hat mir, wie topfvollgold einen Artikel von „Viel Spaß“ über Gwyneth Paltrow auseinandernimmt. Die „Viel Spaß“ dichtet Paltrow mal eben eine schizophrene Erkrankung an. Schön, dass die topfvollgold-Redaktion das Management der Schauspielerin von diesem Artikel in Kenntnis gesetzt hat.

photo credit: Mr. Carls via photopin cc

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Autor: Alltagsoekonom

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