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Die Werbetricks von viel besuchten Webseiten

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Im Internet gibt es eine Menge Websites, die redaktionelle Artikel für ihre Leserschaft bereitstellen, ohne dass diese direkt dafür bezahlt, z.B. die Internetseiten der FAZ oder vom Spiegel. Finanziert werden diese Online-Medien durch Werbung. Dieser Blog ist da bisher (noch) die löbliche Ausnahme;). Ein Streifzug durch die Werbetricks der verschiedenen Seiten-Betreiber.

Ein Klassiker auf den meisten Seiten ist der Werbebanner auf der Hauptseite. Auf der beliebten Sportseite spox.com etwa gibt es immer wieder Werbebanner, die sich plötzlich automatisch über den gesamten Bildschirm vergrößern. Auch wenn dies ein Extrembeispiel ist, erlebe ich immer wieder, dass sich Banner über den journalistischen Inhalt einer Seite schieben und es nicht direkt zu erschließen ist, wie man den Banner aus seinem Sichtfeld ,,verbannen“ kann. Diese Werbung ist für den Kunden natürlich sehr störend, andererseits ist jedoch sichergestellt, dass sich der Besucher einer Website mit diesem beschäftigt. Bei spox.com habe ich solch einen ,,sich aufblähenden“ Banner heute noch gesehen. Eine Gefahr dieser Art von Werbung liegt jedoch darin, dass diese den ganzen Bildschirm ausfüllende Werbung sich a) für den Werbenden nicht lohnt, da der nervende Effekt zu stark ist oder b) die Werbung negative Auswirkungen auf die Gesamtseite hat, weil sich Besucher etwa aufgrund der aufdringlichen Werbung schnell wieder verabschieden.

Sehr interessant war vor einigen Tagen die Internetseite web.de. Web.de bietet Kunden E-Mail- Postfächer an. Kurz nach dem Erscheinen der Seite verschob sich diese ungefähr zwei Zentimeter nach unten, so dass ich mehrmals, weil ich aus Gewohnheit etliche Male auf den Trick hereingefallen bin, anstelle meiner E-Mails nur eine Werbeanzeige zu lesen bekam. Web.de ist ein, zumindest in der Basis-Version, ebenfalls für den Benutzer kostenloser Anbieter, der, ähnlich wie google, E-Mail-Postfächer anbietet. Bei diesen E-Mail-Anbietern ist die Geschäftsstrategie ganz klar: Die Kunden, die ein E-Mail-Konto besitzen, rufen die Webseite häufig auf, um ihre Mails zu kontrollieren. Diese häufigen Aufrufe versucht web.de zu nutzen, um die User dazu zu bewegen, sich Werbung anzusehen.

Web.de bringt die Werbung dabei zu mehreren Zeitpunkten an den Mann/ die Frau:

1) Vor dem Abrufen der Mails erscheinen auf der Hauptseite jede Menge Überschriften, die in den meisten Fällen zu Videos, in den übrigen Fällen zu Artikeln führen. Diese Überschriften sollen nicht zu viel verraten und den User dazu bewegen, auf die Überschrift zu klicken. Vor Videos erscheint mittlerweile immer mindestens ein Werbespot, während die Artikel von Werbebannern unterbrochen werden.

2) Im E-Mail-Postfach: Der Benutzer bekommt von web.de ,,persönlich“ fleißig ,,Empfehlungen“ zugeschickt. Das ist Werbung zu Produkten wie Bankkonten, Zeitschriftenabos, dem eigenen kostenpflichtigen ,,web.de club“ Angebot oder Supermarktprospekten.

3) Nach dem Ausloggen des Kunden aus seinem Mail-Postfach öffnet sich ein Werbevideo oder es erscheint ein Werbebanner.

Spox.com dagegen benutzt auf der einen Seite ähnliche Werbestrategien, andererseits gibt es jedoch Unterschiede zu Seiten wie web.de. Spox.com  hat einerseits ebenfalls die Absicht, User dazu zu bewegen, Artikel anzuklicken und benutzt dazu ebenfalls Überschriften, die die Neugier der Leser wecken. So steht in einer kürzlich erschienenen Überschrift etwa nur, dass Joachim Löw ,,einen Schalker“ aus dem vorläufigen Kader gestrichen hat und nicht, dass es sich um Julian Draxler handelt.

Keine klaren Grenzen zwischen Redaktion und Werbung

Im Unterschied zu web.de versucht spox.com zusätzlich, Werbeinhalte wie redaktionelle Inhalte erscheinen zu lassen. So werden dem User etwa neue Werbespots, z.B. von namhaften Sportartikel- oder Autoherstellern, die mit allerlei prominenten Fußballern werben, mit einer Überschrift präsentiert, als würde man in diesen Werbespots wissenswerte Nachrichten von einzelnen Spielern erfahren. Zudem erscheinen immer wieder Artikel, die über das sogenannte ,,Castrol-Edge-Ranking“ berichten. Dies ist Ranking, das Fußballspieler unterschiedlichster Ligen im Hinblick auf mehrere Leistungsmerkmale bewertet und vergleichbar machen soll. In diesem Kontext ist es besonders leicht, den Sponsor an unzähligen Stellen in die ,,Berichterstattung“ einzubetten.

Dieser Beitrag soll keine Kritik an Werbung in redaktionellen Bereichen sein. Schließlich müssen diese Redaktionen auch ihre Brötchen verdienen. Dennoch gibt es sehr aufdringliche und ,,userfeindliche“ Werbung, die die Frage aufwirft, ob es nicht Grenzen bei der Platzierung von Werbung gibt und ob diese Art von Werbung auf Dauer nicht problematisch für den Betreiber der Webseite ist.

Einen ähnlichen Blogeintrag, der sich mit Werbevideos beschäftigt, findet man im basicthinking-Blog.

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Autor: Alltagsoekonom

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